GENial!

Aufgrund eines Textes, den ich kürzlich gelesen habe, verfolgen mich bestimmte Themen immer und immer wieder. Sexuelle Anziehung, die menschliche Biologie und unsere Gene. Ein NEON-Kollege hat einen Text über eine Frau geschrieben, mit der er sich scheinbar nur aufgrund ihrer Gene vereinen will. Er schreibt über die Chemie, die zwischen zwei Menschen entsteht, auch wenn sie sich irgendwie doch nicht wollen. Laut ihm oder der Kognitionswissenschaft nennt man das „den primitiven Mechanismus des Verliebens“. Schön ausgedrückt. In meinen Worten: Absolute Geilheit, also extreme sexuelle Anziehung, speziell auf eine Person gerichtet, ohne verstandesmäßig nachvollziehbaren Grund. GENial!

Jeder kennt das. Es gibt Menschen, die haben eine extreme Anziehungskraft auf uns, obwohl der Kopf ganz laut brüllt: „Halte dich fern! Vollidiot!“ Aber der Kopf schreit auch etwas anderes: „Ich will ein Kind von dir!“ Bitte nicht zu verwechseln mit ein und derselben Aussage einem „Star“ gegenüber. Wenn ein Teeniemädchen mit einem Plakat in der Hand, auf dem eben geschriebene Aussage mit dickem Filzstift hervorsticht, in einer Menge anderer kreischender Teenies steht, dann geht es hier nicht um sexuelle Anziehung. Also nicht um jene in diesem Sinne. Bei manchen vielleicht schon, aber solange die angebetete Person nicht in Geruchsnähe ist, kann mein Körper das auch nicht wirklich beurteilen.

In meinem Leben gab es bis jetzt drei von diesen Männern. Mit zwei davon hatte ich schon das nähere Vergnügen. Beziehungen? Nein. Wir passen nicht zueinander. Wären uns wohl schnell auf die Nerven gegangen. Aber auf gewisse Art und Weise passen wir dann schon zusammen. Unsere Gene sind es, die sich da unbedingt vereinen wollen. Natürlich war der Sex mit beiden Männern GENial. Nicht so die zwischenmenschliche Komponente. Dasselbe spricht auch oben erwähnter Kollege an. Man will eine Person haben, aber man will sie eigentlich nicht. Ist verwirrend, aber ist nicht Liebe. Bitte nicht verwechseln. Passiert vor allem den Frauen immer wieder. Ihr Süßen, es ist nur Biologie!

Die Männer, mit denen ich eine Beziehung hatte, übten natürlich auch eine sexuelle Anziehung auf mich aus, aber das war anders. Wenn es um absolute Geilheit geht, dann reißt man sich die Klamotten gegenseitig von den Körpern, vergisst Raum und Zeit,  frisst sich fast beim Küssen auf und hat manchmal so harten Sex, dass man die nächsten Tage kaum aufrecht gehen kann. Also richtig animalisch, nicht romantisch. Die pure Verschmelzung, denn man will sich ja, theoretisch, gemeinsam fortpflanzen. Auch wenn penibel verhütet wurde, kann es passieren, dass der Körper einem eine Schwangerschaft vorgaukelt. Die Menstruation bleibt aus, die Stimmung verändert sich, die Brüste werden größer. Warum? Weil der Körper sich auf eine Schwangerschaft vorbereitet hatte und enttäuscht feststellen musste, dass ein blödes, kleines Latexreservoir die sinnvolle Transportflüssigkeit einfach aufgehalten hat. Verstandesmäßig betrachtet natürlich gut so! Puh! Wie soll man denn auch ein Kind großziehen mit einem Mann, mit dem man einfach nicht zusammen sein kann?!

Andererseits gibt es genug Tiere, die ihre Jungen alleine großziehen. Aber wir leiden ja unter dem Anspruch der Monogamie. Ist auch nur ein rein ökonomischer Gedanke. Sicherheit und so. Andererseits vielleicht auch ganz gut, sonst gäbe es wohl das Doppelte unserer Spezies auf diesem Planeten und wir sind ja eh schon genug Volldeppen. Wenn ich es jedoch genauer betrachte, sind wohl sehr viele Kinder das Produkt reiner sexueller Begierde. Und haben die dann tatsächlich auch bessere Gene? Müsst ich mal nachforschen.

Jetzt habe ich wohl den ganzen romantischen Aspekt von Liebe zerstört? Ja und nein. Über die Liebe schreiben, reden und nachdenken tun wir eh ständig. Wir machen es uns schwerer als es sein muss. Wenn wir aufhören, Liebe mit sexueller Begierde zu verwechseln, würde es vielleicht manchmal etwas besser für uns laufen. Die Männer, die auf mich eine derartige sexuelle Anziehungskraft haben/hatten, werden wohl niemals meine Partner sein. Warum nicht? Das könnt ihr wunderbar beschrieben in dem Text meines werten Kollegen nachlesen. Vielleicht ist etwas Wahres dran, wenn man sagt, dass man seinen besten Freund heiraten soll. Aber soll man sich dann überhaupt mit demjenigen fortpflanzen? Biologie und Liebe. Da frage ich mich doch wirklich, ob die partnerschaftliche Liebe ein rein gesellschaftliches, romantisches Produkt ist, um uns am Leben zu erhalten. Liebe und Sex? Kommt drauf an, wie man Liebe definiert. Aber ganz ehrlich: Ich könnte keine Beziehung mit einem Mann führen, mit dem ich jedes Mal so dermaßen heftigen, hemmungslosen Sex habe, dass mir danach tagelang untenrum alles weh tut. Ist doch anstrengend. Aber genauso wenig will ich ständig Sex mit einem Mann haben, der mich nicht so unglaublich stark körperlich anzieht. Komisch ist das.

Jetzt bin sogar ich ein wenig verwirrt. Nicht nur, weil ich keinen männlichen besten Freund habe, den ich heiraten könnte. Sondern, weil es tatsächlich den einen oder anderen Mann in meinem Leben gibt, von dem ich irgendwie wirklich gerne ein Kind hätte! GENial verrückt!

Hier der Text meines NEON-Kollegen zett

 

Eine kleine Fabel

Ich denke, es gibt zwei Grundtypen von Menschen. Ich wähle für diese Geschichte ein sehr elegantes Tier als Metapher: das Pferd. Wir haben Stall- und Wildpferde und ich frage mich oft, ob diese zwei komplett verschiedenen Typen überhaupt zueinander passen? Meiner Erfahrung nach ist es sehr schwer, diese Lebensphilosophien miteinander zu verknüpfen. Aber lasst es mich etwas genauer erklären:

Fangen wir mit den Stallpferden an. Hier haben wir sowohl Stuten als auch Hengste im Sortiment – eh klar! Mischlinge und gezüchtete Pferde. Deckhengste und zugerittene Reitschulpferde. Außenseiter, Einzelgänger, Gruppentiere und ein paar Verhaltensauffällige. Manche Stuten sind nur dazu da, von den Deckhengsten gedeckt zu werden. Andere wiederum sind leicht zu trainieren. Wieder andere lernen nicht so gerne, hängen lieber einfach auf der Koppel rum und schnüffeln an Blumen. Manche Stuten werden neidisch beäugt, andere fast schon ausgelacht. Hin und wieder findet man unter ihnen ein gebrochenes Wildpferd, das sich seinem Schicksal ergeben hat. Sie alle haben aber eines gemeinsam, sie leben hinter Zäunen. Die meisten halten sich an die Regeln, die ihnen vorgegeben werden. Manch einer bricht aus, kommt aber in der großen weiten Welt nicht so gut zurecht. Die kommen dann entweder zurück oder sterben. Der ein oder andere schafft es vielleicht wirklich, draußen zu überleben. Die jedoch, die von Anfang an in diesen Begrenzungen leben und sich nicht fragen, was am Ende des Horizontes noch zu finden ist, haben ein sehr glückliches Leben. Sie freuen sich, gesattelt und gezügelt zu werden. Springen über Pfähle und Stangen und bekommen ab und zu ein Fohlen, das dann dasselbe Leben weiter lebt. Es stört sie nicht, immer ein und dasselbe zu erleben. Gewohnheit gibt viel Schutz und Geborgenheit.

Die Wildpferde ziehen immer mit dem Wind. Sie haben vielleicht zwei, drei Begleiter, mit denen sie gemeinsam galoppieren. Jedoch nicht zwangsweise für immer. Einem Wildpferd legt man keinen Sattel und schon gar kein Zaumzeug an. Es würde daran zugrunde gehen. Trifft eine wilde Stute einen wilden Hengst, reisen sie vielleicht eine bestimmte Zeit gemeinsam weiter. Beide verfolgen jedoch ihre eigenen Ziele. Und sollten sich ihre Wege irgendwann einmal trennen, ist das auch okay so.  Ein Deckhengst wird eine wilde Stute niemals decken können, weil er nicht gelernt hat, ihre Gunst zu erwerben. Wofür auch, ihm wurde es im Stall immer einfach gemacht. Manchmal sind Wildpferde sehr alleine und sehnen sich nach Schutz, aber dann geht die Sonne auf und sie galoppieren freudig dem neuen Tag und den neuen Ereignissen entgegen. Denn nicht selten treffen sie ein anderes Wildpferd, welches sie weiter begleiten wird. Manche haben auch ihre kleine Familie, mit der sie gemeinsam bis ans Ende der Welt gehen. Sie bestehen aus kleineren Gruppen, die eine tiefe Zuneigung verbindet. Wenn die Wildpferde zufällig an einer Koppel vorbeikommen, müssen sie lächeln. Einerseits beneiden sie die Stallpferde um ihre Beständigkeit und Sicherheit, auf der anderen Seite wissen sie, was es alles in der großen weiten Welt gibt und dann haben sie Mitleid mit den Stallpferden. Und auch diese lächeln, wenn sie Wildpferde vorbeihuschen sehen. Einerseits tun sie ihnen leid, weil sie die Sicherheit des Stalls nicht genießen können, aber auf der anderen Seite beneiden sie die Wildpferde um ihre Freiheit und ihren Lebensmut.

Und, wie seht ihr das jetzt? Können ein Wildpferd und ein Stallpferd jemals ihr ganzes Leben lang glücklich miteinander sein?

Böse Mädchen

Ich muss laufen, damit ich noch schnell durch die Türe durch komme, bevor sie schließt und der Aufzug sich in Bewegung setzt. Ich lehne mich an die Wand und atme ein paar Mal tief durch. Außer mir steht noch ein recht attraktiver Mann im Aufzug. Schräg gegenüber von mir mit dem Blick zur Türe. Er hat schon für uns beide gedrückt. Also, er weiß nicht, dass ich in denselben Stock muss wie er, aber damit hat sich ein weiterer Schritt für mich erledigt. Ich erkenne, dass er lächelt. Sein Hintern gefällt mir und auch sein männlicher Rücken hat es mir zusätzlich angetan. Ich stelle mich ganz nah hinter ihn und streichle vorsichtig mit beiden Handflächen über seinen Rücken. Zuerst zuckt er zusammen. Als ich jedoch mit meinen Armen nach vorne über seine Brust Richtung Schritt wandere, entspannt er sich merklich. Plötzlich packt er meine Hände, dreht sich um und drückt mich an die Wand. Seinen Körper presst er so nah an meinen, dass ich seine Erregung spüren kann. „Wer bist du?“ flüstert er. Ich sehe ihm tief in die Augen und entgegne: „Dein heutiges, kleines Abenteuer!“. Es folgt eine kurze Pause. „Gegen 18Uhr habe ich aus. Ich arbeite im Zimmer 5.02. Kommst du später vorbei?“ Der Lift bleibt ruckartig stehen, er löst sich von mir, die Tür geht auf. Ich lächle ihn an und während ich vor ihm den Aufzug verlasse, werfe ich ihm ein „Vielleicht…“ vor die Füße. Unsere Wege trennen sich, ich drehe mich nicht mehr um, aber in der Spiegelung der Gangfenster kann ich erkennen, dass er mir nachsieht. Ich muss lächeln…

Zimmer 5.10, da muss ich hin. Ein Interview mit einem stadtbekannten Musiker führen, der sich gerade am Set seines neuen Musikvideos befindet. Ein relativ kleiner, aber sehr hübscher junger Mann öffnet mir die Türe. Seine grün-blauen-Augen strahlen mich an. Er gefällt mir. Ich sage immer „small size, big surprise“ oder anders: „Gott hat für jeden Mann  zwei Meter übrig“. Es handelt sich um den Produzenten/Regisseur/Manager des Musikers. Wir laufen eine Weile zusammen durch einige Räume und tauschen unsere Visitenkarten aus. Er redet viel, ich nicke und lächle. Das macht man so. Wir bleiben vor einem Zimmer stehen, in dem sich mein Interviewpartner befinden soll. Ich bedanke mich, als er plötzlich etwas komplett aus dem Zusammenhang Gerissenes zu mir sagt: „Du bist sehr schön!“ Ich sehe ihn an und fühle mich etwas überrumpelt. Ich mag es nicht, wenn mir jemand so etwas sagt. Mir fällt dann nie eine gute Antwort ein. Aber diesmal schießt es einfach aus mir heraus: „Würdest du denn gerne mit mir schlafen?“.  Erschrocken und leicht errötet starrt er mich an, bringt kein Wort mehr heraus. Ich lächle und klopfe an die Türe des Musikers, um endlich meine Arbeit beginnen zu können.

Der Tag war lang und ich genieße die Abendluft, als ich von der Straßenbahn in die Richtung meiner Wohnung laufe. Kurz vor meiner Wohnungstüre bekomme ich eine SMS. Sie ist von dem Produzenten/Regisseur/Manager: „Bin heute Nacht noch in der Hausbar anzutreffen. Würde mich freuen, wenn du auch vorbeischaust. Ist nur ne kleine Crewparty zum Abschluss der Dreharbeiten ;) “ Für einen kurzen Moment freue ich mich und muss lächeln. Dann lösche ich die SMS, stecke meinen Wohnungsschlüssel ins Schloss und öffne die Türe. Der Geruch von frisch gekochtem Reis steigt mir in die Nase. Heute Abend war mein Freund mit kochen dran. Er steht in der Küche, der Tisch ist bereits gedeckt. „Meine Süße, heute gibt es dein Lieblingsgericht.“ Sein Hemd ist an den Unterarmen nach oben gekrempelt. Für ihn ist es der reine Nutzeffekt, um sich nicht schmutzig zu machen. Für mich ist es reiner Lustgewinn. Ich liebe seine schönen, starken Unterarme. Wenn er arbeitet, bilden sich seine Venen sichtbar hervor. Ich finde das sehr sexy. Er gießt uns die Gläser mit einem feinen Weißwein voll und ich entdecke die Kochschürze um seine Hüften. Was für ein wunderbarer, schöner Mann er doch ist. Obwohl er in diesem Moment eine „klassische Frauenarbeit“ verrichtet, ist er für mich männlicher denn je.

Genüsslich essen wir gemeinsam zu Abend, trinken Wein, lachen und flirten miteinander. Meine Lust steigert sich ins Unermessliche. Als wir fertig sind, setze ich mich auf seinen Schoß und küsse ihn. Seine ganze männliche Pracht spüre ich durch seine Hose und die Schürze, die er immer noch trägt, hindurch. Seine schönen starken Arme berühren mich. Sein Geruch ist betörend. Eine Mischung aus männlichem Körpergeruch, Parfum und meinem Lieblingsessen. Zeit, sich zu lieben und das die ganze Nacht… Wie heißt es so schön: „Appetit holen kann man sich woanders, aber gegessen wird zu Hause!“ Frau wird ja wohl noch träumen dürfen…

 

Let´s talk about sex…

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich viel Sex habe, weil ich über Sex schreibe. Ich erzähle mittlerweile nicht mehr so schnell, was ich tue, weil die Leute mich in eine Kategorie stecken. Wer soll es ihnen auch verübeln. Mir würde es vielleicht nicht anders gehen. Sobald dieses Thema auf den Tisch kommt, gibt es meistens kein anderes mehr. Den Männern schießt das Blut in ihre Penisse und meine Freunde verdrehen wieder mal die Augen, weil es immer dasselbe ist. Ich habe auch ein Leben außerhalb meiner Sexanalysen und meines Blogs. Aber ich falle demselben Phänomen zum Opfer wie meine Psychologenfreunde. Sofort werde ich gefragt, was dieses oder jenes bedeuten könnte, wie ich eine bestimmte Situation einschätzen würde, welche Stellungen es brächten und warum so viele Frauen so schlecht küssen oder blasen können. Hallo? Ich habe doch kein Allheilmittel oder Patentrezept für so etwas. Genauso wenig kann meine Freundin eine komplette psychologische Diagnose innerhalb von einer halben Stunde an ihrem Barnachbarn vornehmen. Es ist wohl an der Zeit, euch zu erzählen, wie ich Sexualität ganz persönlich sehe und warum ich seit längerer Zeit keine ONS mehr habe, mir die Männer, mit denen ich verkehre, bewusster aussuche.

Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mich mit Spiritualität und Tantra zu beschäftigen.  Manche verdrehen jetzt vielleicht ihre Augen und denken sich: „Oh nein, eine Esotante.“ Andere sind jetzt möglicherweise am Wort Tantra hängen geblieben und verwechseln es mit dem Kamasutra. Wenn das der Fall ist, dann wartet mal ab, was ich euch erzählen möchte, bevor ihr mich wieder in eine Kategorie steckt.

Als mein letzter Freund und ich uns vor knapp zwei Jahren trennten, kippte ich komplett in meine Spiritualität hinein. Damals las ich ein Buch über spirituelle Liebe und Sexualität. In jüngeren Jahren war ich ein richtiges Luder, habe wohl nichts anbrennen lassen. Eine Aussage aus diesem Buch hat sich in jede Zelle meines Körpers eingebrannt: „Frauen schütten beim Orgasmus ein eigenes Sexualhormon aus, Oxytocin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass zu dem Geliebten fortan eine sehr enge Bindung entsteht. Diese Bindung lässt sich ein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich auflösen. Auch wenn wir sie nicht mehr wollen.“ Fuck, fuck und nochmal fuck! Was das bedeutet?

In der tantrischen Lehre ist Sexualität der Austausch der Energiekörper. Nicht umsonst gibt es die gängige Aussage, dass zwei Körper zu einem verschmelzen. Yin und Yang. Hat jeder schon irgendwann mal gehört und ist nichts anderes als die männliche und weibliche Energie, die zusammengehören. Sowohl in uns selbst als auch im Austausch mit anderen. Das bedeutet weiters, dass ich während des sexuellen Akts meine Energie mit der eines anderen Menschen vermische. Dabei passiert es, dass ein kleiner Teil seiner Energie in mir und ein Teil meiner Energie in ihm bleibt. Und ich meine hier jetzt bitte nicht das Ejakulat, Speichel oder sonst was. Habt ihr verstanden, was ich damit sagen will? Diese Theorie besagt, dass ich einen Teil der Energie JEDES Menschens, mit dem ich sexuellen Kontakt hatte, in mir behalte. Womöglich für IMMER. Und nochmal fuck, fuck und nochmal fuck!

Mir persönlich läuft ein Schauer über den Rücken, wenn ich dabei an meine Vergangenheit denke. Ich bin für den Rest meiner Tage mit all den Menschen verbunden, die jemals in mir waren. Oh Mann! Natürlich gab es auch Menschen, mit denen ich meine Energie sehr gerne getauscht habe. Und bei ganz wenigen finde ich den Gedanken sogar sehr schön. Auf ewig miteinander verbunden, wenn auch nicht zusammen. Jeder kennt den Begriff des Karmas. Unser Karma wird auch durch unsere sexuellen Zusammenkünfte geprägt. Wenn ich jetzt an jene Menschen denke, die tatsächlich unzählige Sexualpartner hatten/haben, tun sie mir auf gewisse Weise leid. Sie tragen alle in sich und mit sich herum. Nicht umsonst sprechen wir von Vergangenheit, Vorbelastungen und Altlasten. Aber es gibt Möglichkeiten, diese karmischen Belastungen auflösen. Das jedoch erzähle ich euch nicht. Es würde den Rahmen dieser Geschichte sprengen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Vollkommen egal, ob ihr derselben Meinung seid wie ich. Darauf kommt es im Grunde gar nicht an. Ich würde niemals jemandem etwas aufzwingen wollen. Aber ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen zum Nachdenken anregen. Seit ich Sexualität so sehe, suche ich mir bewusster aus, wer einen Teil seiner Energie in mir hinterlassen darf und wem ich einen Teil von mir gebe. Und das sollten wir uns immer überlegen, egal, ob es um Energien geht oder nicht.