Von Objekten und Sexismus…

Dann bin ich wohl eine Triebtäterin?!

„Aber natürlich, Schnuckie!“ – „Danke Schnitte.“ So oder so ähnlich gestaltet sich die Konversation zwischen mir und männlichen Mitmenschen, die ich kenne und schätze. Ganz Konkret wurden diese Worte in einer Konversation zwischen mir und einem Unikollegen verwendet. Wir haben keine Beziehung (weder sexuell, noch romantisch) und weder er, noch ich stören uns daran, so miteinander zu sprechen/schreiben. Ich habe die Angewohnheit, Menschen mit Schatzilein oder Schnuckie zu bezeichnen, auch wenn ich ihnen nach „gesellschaftlicher Norm“, keine Spitznamen geben dürfte. Für mich ist das ein Symbol der Freundschaft und Nähe, ein Ausdruck von Ich mag dich. Wenn jetzt ein Mann wutentbrannt aufspringen und mir vorwerfen würde, ich sei Sexistisch, würde ich wohl zu lachen beginnen. Aber hätten sie nicht genauso ein Recht darauf, wie es wir Frauen verlangen und haben?

Ich habe diese ganze Sexismus Debatte satt, weil sie so dermaßen Scheinheilig ist! Ich fühle mich nicht bedroht, wenn ein Mann mir ein Kompliment macht und ich kann auch sehr gut NEIN sagen, wenn mir etwas nicht in den Kram passt. Ich bin mündig und kann mich wehren. Und Frauen brauchen nicht abfällig behaupten, dass alle Männer triebgesteuerte Tiere sind. Denn wir Frauen nutzen ihre Triebe gerne aus. Fast jede Frau weiß ganz genau, welche Hebel sie in Bewegung setzen muss, wenn sie einen Mann verführen will. Die „Waffen“ einer Frau sind zwar subtiler, aber um nichts besser. Auch Frauen machen Männer zu Objekten. Da stehen wir unseren männlichen Artgenossen um nichts nach. Spätestens seit „Sex and the City“ sollte die ganze Gesellschaft wissen, dass auch Frauen Männer als Sexsymbole sehen.

Traurig ist es, dass die wahren Opfer sexistischer Übergriffe in den Hintergrund treten müssen, weil heutzutage schon ein falscher Blick als Belästigung klassifiziert wird. Scheiße man! Ein Mienenfeld ist das, auf dem sich unsere männlichen Mitmenschen bewegen. Wie soll denn da noch jemand wissen, was okay ist? Ja, es gibt durchaus die gierigen Männer, die ihre Hände und abwertenden Worte nicht bei sich behalten können, aber sooo viele sind das gar nicht! Neulich hat mich ein Freund mit „Baby“ angeschrieben. Ich fand es irgendwie süß (auch wenn ich den Kosenamen Baby nicht so gerne mag), aber auf mein Nachfragen, ob das jetzt auch tatsächlich an mich gerichtet war (nicht, weil ich mich aufregen wollte, ich wollte nur sichergehen, dass er bewusst mich verniedlicht hat), entschuldigte er sich für diese sexistische Bezeichnung. Wenn du das liest (und ich weiß, dass du das tust): Ich fand es total süß und absolut NICHT sexistisch von dir!

Wenn ich als Frau keine Lust habe, mich an jeder Ecke anbaggern zu lassen, dann kann ich das auch verhindern. Ich muss nicht jeden Tag meine Reize öffentlich zur Schau stellen. In einem Artikel las ich neulich: Welche Frau macht sich denn nur für sich alleine so zurecht? Oder kennt ihr welche, die alleine zu Hause im sexy Outfit und komplett geschminkt und zurechtgemacht vor dem Fernseher sitzen? Für sich selbst? NEIN! Die meisten Frauen, die sich sexy in der Öffentlichkeit präsentieren, wollen dafür auch ein Feedback. Und da die meisten Männer sehr gut auf optische Reize reagieren, wissen Frauen genau was sie tun müssen um dieses Feedback zu erhalten. Sexismus brüllen sie dann, wenn es leider der falsche Mann war! Aber ganz ehrlich? Selbst schuld!!! Und hier muss eine deutliche Grenze zwischen wahrem Sexismus und „falschem“ Feedback gezogen werden. Nur leider verschwimmt diese Grenze immer mehr. Und ACHTUNG: Ich stelle hier auf keinen Fall, den ernstzunehmenden Sexismus in Frage!!!

Natürlich soll Frau anziehen können, was sie will ohne gleich von jedem paarungswilligen Männchen besprungen zu werden. Aber wir sind auch nur Menschen, die einem biologischen Fortpflanzungstrieb folgen. Ja, Männer sollten sich teilweise besser zu beherrschen Wissen und ihre Schwänze nicht gleich zu leichtsinnig auspacken. Aber auch Frauen sollten ihre Reize nicht ständig auf einem Silbertablett servieren. Da kann ja sogar ich als Frau teilweise nicht mehr wegsehen. Es ist fast ein bisschen ein gemeines Spielchen, das wir da spielen. Und den Männern da alleine die Schuld zu geben, halte ich für falsch und ungerecht. Es ist immer wichtig, darauf zu achten, welche Signale ich aussende. Und wenn mir ein Mann, einfach auf den Hintern greift, dann könnte ich ihm eine knallen, ja. Aber ich muss auch darüber nachdenken, welche Signale ich ausgesendet habe, dass es überhaupt so weit gekommen ist?! Mir persönlich ist es noch nicht sehr oft passiert, dass Männer (außer sie sind sehr stark alkoholisiert) einfach so meinen Hintern betatscht haben. Aber ich habe Freundinnen, bei denen ist das fast schon Routine. Meist sind das Frauen, die ein recht geringes Selbstwertgefühl besitzen. Aber diese Behauptung kann ich jetzt nicht komplett stützen, also belasse ich es einfach mal so.

Und jetzt nochmal ganz ehrlich und auf den Punkt gebracht: Wenn jeder Mann, dem ich mal auf den Hintern geklopft habe, mich wegen Belästigung angezeigt hätte, dann wäre ich wohl eine polizeilich eingetragene, mögliche Triebtäterin oder so etwas. Aber darüber lacht unsere „emanzipierte“ Gesellschaft nur.

Gefühle sind nur Märchen???

Ach, trau dich einfach!!!

Es war einmal eine junge Frau (jaja, ich weiß, jetzt fang ich schon wieder mit einem Märchen an…), die im Rahmen ihres Studiums beschloss, in eine völlig andere Stadt zu gehen. Ja, auch so eine ähnliche Geschichte habt ihr von mir schon mal gelesen, aber heute geht es um etwas ganz anderes (sie ist nämlich NICHT wegen einem Mann in diese Stadt gezogen, sondern tatsächlich wegen ihrem Studium). Auf jeden Fall ging diese junge Frau in eine neue Stadt, um ihren Lebensmittelpunkt für bestimmte Zeit dorthin zu verlegen. Da sie recht offen und aufgeschlossen ist, fand sie rasch ein paar neue Freunde und verbrachte ihre freien, sonnigen Nachmittage gerne mit ihnen in einem der größten Parks der Stadt. An einem dieser Tage saß in der Nähe ihrer Gruppe eine andere Studentengruppe. Sofort fiel ihr ein junger, recht attraktiver Mann auf, der offensichtlich seine Augen nicht mehr von ihr lassen konnte. Jeder von uns kennt diese wunderschönen Augenblicke, in denen einfach alles stimmt. Man wird verzaubert von diesem einen Moment. Manche nennen es Liebe auf den ersten Blick. Das kann man aber nur so nennen, wenn daraus auch mehr wird, als bloß der Blickkontakt. Als sie sich erhob und auf den Weg nach Hause machte, nahm der junge Mann all seinen Mut zusammen und lief zu ihr rüber. Er fragte sie um ein Date und sie bejahte seine Frage freudig.
Diese Geschichte ist jetzt schon ein paar Jahre her. Die beiden sind ein glückliches Paar geworden und soweit ich weiß, sind sie es noch immer. Doch was war hier passiert? Der junge Mann hat sich von seinen Gefühlen leiten lassen und ist ein Risiko eingegangen. So ganz nach dem Motto: No risk, no fun! Wir haben noch immer die Überzeugung in uns, dass Männer den ersten Schritt machen müssen. Aber viele Männer sehen das heute nicht mehr ein. Oder wir sind alle einfach schon so dermaßen verwirrt, dass wir nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist? Unsere Gefühle vergessen wir dabei. Die einen sagen: Frauen wollen überall emanzipiert sein, dann sollen sie auch die Männer selbst ansprechen. Die anderen sagen, Männer wollen Frauen erobern, also machen sie auch lieber den ersten Schritt. Wie soll Mensch sich da noch auskennen? Aber nichts desto trotz sollte es uns eigentlich vollkommen egal sein, wer den ersten Schritt macht. Man sollte sich halt einfach trauen, wenn man einen Impuls verspürt.
Hier liegt jedoch das eigentliche Problem unserer „modernen“ Gesellschaft. Die Menschheit hat sich untereinander so dermaßen isoliert, dass wir glauben nicht mehr fühlen zu können, ob eine Spannung zu jemandem nun da ist oder nicht. Wir haben Angst, etwas komplett anderes zu fühlen, als unser Gegenüber und statt darüber einfach zu kommunizieren und wieder mehr Gemeinschaft zu schaffen, lassen wir es lieber sein und denken darüber nach, was wohl gewesen wäre, wenn… Dabei kann uns eigentlich nichts Schlimmeres passieren, als dass die „Zielperson“ Nein sagt. Aber schon die Angst vor dem Nein ist so groß geworden, dass kaum noch jemand genug Mumm besitzt, einfach mal hin zu gehen. Jeder Mensch kann selbst darüber entscheiden, ob er eine Chance nutzt oder nicht. Und jeder Mensch verspürt irgendwann auch Angst, wenn er dabei ist, Chancen zu nutzen. Denn eine Chance zu nutzen kann Veränderung bedeuten und nicht jedem gefällt das auch.
Abhilfe schaffen nun neue Onlineseiten, die plötzlich aus dem Boden sprießen wie Unkraut. „Spotted“ nennen sie sich. Den Usern wird damit die „Chance“ geboten, einen Menschen online anzusprechen, weil sie sich im realen Leben einfach nicht trauen oder weil sie eine Chance verpasst haben. Ja, ich sehe es ein, dass man mal eine Person trifft, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht und dann sucht man nach dieser Person und vielleicht findet man sie und kann sie dann sogar kennen lernen. Dagegen habe ich nichts. Aber wenn (und das passiert leider fast täglich) jemand postet: „Hey du Süße, ich sitze gerade in der Bibliothek hinter dir und wenn du das liest, dann dreh dich doch bitte um!“ oder „Ich sehe dich jetzt schon seit Wochen in der Mensa, wenn du mich kennen lernen willst, dann zieh das nächste Mal bitte ein rotes Shirt an.“ , dann frage ich mich echt, ob es nur noch Hosenscheißer auf dieser Welt gibt?! Nichts gegen Schüchternheit, aber das geht definitiv zu weit. Wer will, der kann auch! Und wer nicht will, der hat schon! Und manchmal soll es auch einfach nicht sein (ich weiß, es gibt Menschen, die das nicht so sehen, aber das ist hier meine Meinung).
Soziale Krüppel sind wir geworden. Versteckt hinter einem Bildschirm und einer Tatstatur suchen wir nach… was suchen wir eigentlich? Wirklich Liebe oder einfach nur einen Kick? Oder wie mein geliebter Theodor W. Adorno schreibt: „Wahrscheinlich ist jene Wärme unter den Menschen, nach der alle sich sehnen, außer in kurzen Perioden und ganz kleinen Gruppen, mag sein auch unter manch friedlichen wilden, bis heute überhaupt noch nicht gewesen.(…) So hat Charles Fourier die Attraktion als ein durch menschenwürdige gesellschaftliche Ordnung erst herzustellendes bestimmt; auch erkannt, dass dieser Zustand nur möglich sei, wenn die Triebe der Menschen nicht länger unterdrückt sind, sondern erfüllt und freigegeben.“ In diesem Sinne, traut euch! Traut euch fühlen, traut euch kommunizieren, traut euch Chancen anzunehmen und traut euch, Risiken auf euch zu nehmen. Denn im Nachhinein betrachtet war es (egal wie es ausging) fast immer gut!

friedlichen wilden, bis heute überhaupt noch nicht gewesen.(…) So hat Charles Fourier die Attraktion als ein durch menschenwürdige gesellschaftliche Ordnung erst herzustellendes bestimmt; auch erkannt, dass dieser Zustand nur möglich sei, wenn die Triebe der Menschen nicht länger unterdrückt sind, sondern erfüllt und freigegeben.“ In diesem Sinne, traut euch! Traut euch fühlen, traut euch kommunizieren, traut euch Chancen anzunehmen und traut euch, Risiken auf euch zu nehmen. Denn im Nachhinein betrachtet war es (egal wie es ausging) fast immer gut!

Intimhygiene

Für empfindliche Nasen...

GestankNeulich begleitete ich meine Großtante auf eine öffentliche Toilette. Ich musste zunächst etwas schmunzeln, als sie aus der Nebenkabine rief: „Frauen sind solche Schweindeln!“ Nachdem ich jetzt jedoch genauer darüber nachgedacht habe, finde ich das Ganze gar nicht mehr so amüsant. Es ist allgemein bekannt, dass Frauenklos dreckiger sind, als jene der Männer. Wenn Frau schon auf einer öffentlichen Toilette kacken muss, kann sie doch wenigstens die Klobürste verwenden oder ist das zu viel verlangt? Bernhard Ludwig meinte einmal im Rahmen seines Kabaretts „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“, dass es aber auch viele Frauen gebe, die den Dreck der anderen Frauen wegputzen, damit die Dame danach ja nicht denkt, dass sie selbst so viel Dreck gemacht hat. Wenn ich nicht zu sehr angeekelt bin, mache ich das tatsächlich. Aber ich habe es satt, den Scheiß von anderen wegräumen zu müssen. Am meisten tun mir ja die Putzleute leid, die das Tagtäglich wegmachen.

Aber genug über die Darmentleerung. Neben den störenden Gerüchen des Darminneren, erlebe ich oft, wie Frauen noch ganz andere unangenehme Gerüche in Toiletten hinterlassen. Was Sex mit anderen Frauen angeht bin ich genau deswegen gehemmt (und ich bin nicht lesbisch, aber neugierig)! Manche Frauen haben da unten eine Stinkgrotte, dass ich bei leibe nicht verstehen kann, wie Männer das aushalten. Männliche Intimhygiene scheint wohl einfacher zu sein, als weibliche. Und ich weiß auch wieso. Viele Frauen wissen nicht, wie man sich untenrum pflegt. Einen Penis kann man ganz einfach einschäumen, für die die eine Vorhaut haben, einfach zurückschieben und drunter auch sauber machen und das war es. Achja, hinter dem Sack bitte auch waschen! Aber die Vagina ist wesentlich empfindlicher. Der muss man ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Sie hat einen natürlichen Reinigungsprozess und braucht keine Duschgels oder parfümierte Slipeinlagen. Wasser reicht völlig und gelegentlich eine Vaginalspülung.

Ich habe eine großartige Gynäkologin und mit der spreche ich natürlich viel über solche Themen. Der Eigengeruch der Vagina ist ganz sanft und nicht penetrant. Er verändert sich mit dem Zyklus. Eine Frau riecht untenrum logischerweise anders wenn sie in der Phase ihrer Menstruation ist. Ebenso verändert sich ihr Geruch, wenn sie gerade fruchtbar ist. Auch das Vaginalsekret verändert sich im Laufe eines Monats einige Male. Das kann Frau sehr gut selbst beobachten. Aber viele schenken sich diese Aufmerksamkeit nicht. Und bitte, man sollte doch merken wenn man plötzlich nicht mehr natürlich riecht?! Interessiert ihr euch denn nicht für eure  Lustgrotte? Wenn man sich selbst nicht mehr riecht, dann hat sich die Nase bereits an den Gestank gewöhnt und es bedeutet nicht, dass man nicht stinkt. Ich würde jeder Frau (wie auch jedem Mann) dazu raten, sich mal selbst zu kosten. Wer sich das nicht „traut“, hat wohl ein gröberes Thema mit seinem Körper und seiner eigenen Sexualität.

Eine mir bekannte Dame hatte über Jahre ein Problem mit dem Geruch ihrer Vagina. Es störte sie sehr, aber sie ging auch nicht zum Arzt, um sich Hilfe zu suchen. Als ich ihre Diagnose sah (nachdem sie nach Jahren endlich mal bei einem Frauenarzt war), empfahl ich ihr eine Zäpfchenkur. Ihre natürliche Vaginalflora war zerstört. Nach nur drei Tagen, war der Gestank weg. Jahrelang hat sie sich damit gequält, sich dafür geniert und plötzlich, innerhalb kürzester Zeit, war alles wieder in Ordnung. Und so kann es gehen. Kostet euch selbst, erforscht eure Gerüche, vertraut euch jemanden an. Wenn man merkt, dass man stinkt, dann hat man einen sauberen Eigengeruch, der in diesem Moment gestört ist. Das gilt übrigens für alle Körperbereiche. Ich wage zu behaupten, dass ich zu 95% selbst bemerke, wenn ich gerade nicht so gut rieche. Manchmal rieche ich sogar etwas, obwohl es anderen nicht auffällt (hab ich getestet, nicht untenrum aber in anderen Regionen). Und es ist wirklich kein Problem, seine Freunde oder Partner danach zu fragen. Man kann jemanden auch freundlich und mit Respekt erklären, dass er/sie gerade nicht so gut riecht. Und ich finde es vollkommen in Ordnung, jemanden so etwas zu sagen. Zumindest wenn man sie/ihn kennt. In einem Club gehe ich natürlich nicht auf die wildfremde Dame zu, die vor mir auf der Toilette war und erkläre ihr, dass sie mal zum Frauenarzt gehen sollte. Am besten noch vor dem Typen, der sie gerade abzuschleppen versucht. Nein, so fies bin nicht mal ich, auch wenn es mich manchmal sehr reizen würde.

Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass Frauen ihre Scheiße selbst wegräumen und sich mit ihren Körpergerüchen auseinandersetzen. Und hier noch ein Tipp: Bitte einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen! Wir müssen uns gut um unser Juwel (im tantrischen: Yoni) kümmern.  Und guten Rutsch…;)

Der aktuelle Bedarf an Aufklärung!

Passend zum Weltaidstag...

Anlässlich des Weltaidstages möchte ich euch einmal näher bringen, wie schlecht es um die Bildung unserer Jugend (auch was Sexualität betrifft) steht. Österreich klagt darüber, dass die Zahlen neu Infizierter mit dem HI-Virus gestiegen ist. Wundern tut mich das nicht unbedingt! Wie ihr bereits wisst, ist Sexualität ein großes Thema in meinem Leben. Sowohl beruflich, als auch persönlich. Ich lege viel Wert darauf, seinen eigenen Körper kennen zu lernen, Sexualität zu erkunden und neues auszuprobieren. Sexualität ist für mich ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung und von Gesundheit. Ich kann das jedoch nur so betrachten, weil ich meine eigenen Erfahrungen gesammelt habe und gereift bin. Ich habe als Mädchen auch viel Blödsinn gemacht und ich kann mich noch sehr gut an meine Gefühle vor meinem ersten Aidstest erinnern. Den größten Teil meiner Aufklärung verdanke ich meinen Freunden und meiner Mutter. An Sexualunterricht in der Schule kann ich mich nicht erinnern. Ja, wir haben in Biologie das ein oder andere durchgemacht. Aber wie man ein Kondom einer Banane überzieht, hat meine Mutter mir beigebracht. Dennoch erlebte auch ich junge Männer, denen die Tatsache, dass ich die Pille nehme gereicht hat.

Meine engste Freundin hat mich neulich auf eine „sexuelle Praktik“ aufmerksam gemacht, von der ich davor noch nie etwas gehört hatte: Urethralverkehr. Sie selbst hat das nur zufällig durch einen Facebookstatus eines Freundes entdeckt. Hierbei wird die Harnröhre penetriert. Normalerweise wird diese Praktik nur bei heterosexuellen Paaren angewendet, aber es gibt auch Fälle von homosexuellen Männern, die das betreiben. Dabei wird die Harnröhre Stück für Stück gedehnt, bis der Penis hinein kann. Mir stellten sich die Nackenhaare auf. Der Gedanke, einen Penis in meine Harnröhre zu pressen, schreckt mich wirklich ab. Abgesehen von den Bakterien, die da in meine Blase einziehen könnten. Folgen können natürlich Blasenentzündungen bis hin zur Inkontinenz sein. Naja, wer in jungen Jahren schon eine Windel tragen möchte, soll sich da keinen Zwang antun. Wiedermal so eine Sache, die angeblich durch Pornos zu uns drang.

Durch diese neue Information musste ich natürlich wieder mal recherchieren. Rasch fand ich ein Jugendforum, indem ein Junge sich darüber beklagte, dass seine Freundin ein zu kleines Loch hätte und der Geschlechtsverkehr unmöglich sei, da sie dabei zu große Schmerzen hätte. Ich war fassungslos, als ich weiterlas. Ein anderer User machte darauf aufmerksam, dass er möglicherweise das „falsche Loch“ getroffen hätte. Denn eine Frau hat nun einmal drei Löcher da unten. MÄDCHEN antworteten darauf, dass sie nur zwei Löcher hätten und ob der User, der Frauen drei Löcher zuschreibt, vielleicht verrückt wäre. Noch immer bin ich fassungslos darüber. Ich weiß natürlich nicht, wie alt diese Jugendlichen sind, die sich in diesem Forum bewegen. Aber, dass wir(Frauen) drei Löcher haben, lernen wir eigentlich schon recht früh. An das kann ich mich aus dem Biologieunterricht noch erinnern. Und selbst an mir gesehen hab ich sie auch schon. Alle drei!!! Wie wenig Bezug haben Menschen zu ihrem Körper, dass sie so etwas nicht wissen? Sie haben es doch an sich! Wo ist denn die natürliche Neugier hin?

Im Zuge weiterer Recherchen fand ich schnell ein Mädchenforum, indem die Userinnen sich zwar mit ihrer Vagina auseinander setzen, sie jedoch als hässlich und unästhetisch empfinden. Sie wundern sich darüber, dass Schamlippen unterschiedlich lang sein können. Oder dass die Haut dort unten dunkler ist, als die restliche Haut. Junge Mädchen überlegen sich, die Schamlippen operieren zu lassen, weil sie sich selbst als anders und nicht schön empfinden. Scheinbar erklärt ihnen niemand, dass das vollkommen in Ordnung so ist. Sie lernen aus pornographischen Materialien. Es ist bekannt, dass weibliche Pornostars sich gerne ihre Schamlippen angleichen und ihre Haut bleichen lassen. Kein Wunder, dass junge Mädchen sich da komisch fühlen. Ihnen wird offensichtlich nicht erklärt, was natürlich und was unnatürlich ist. Und sie verlieren den Bezug zu ihrem Körper. Wissen nicht einmal mehr, wie viele Löcher sie da unten haben.

Wie sollen sie dann wissen, wie man richtig verhütet und sich damit vor Krankheiten schützen? Dr. Sommer ist wohl auch nicht mehr das, was es einmal war. Kinder haben so viele Fragen. Aber wohin mit ihnen, wenn sie niemanden haben, den sie ansprechen können? Eine Kollegin von mir arbeitet in einer Schule, in der es viele Kinder mit Migrationshintergund gibt. Sie fragen viel über Sex, vor allem auch die Jungs. Ob sie denn auch Handschellen beim Sex verwenden würde z.B.!!! Woher die das wohl haben?! Mit einer Kollegin entwickelte sie die Idee, einen Sexualunterricht für die Kinder zu starten. Der Direktor lehnte das ab, da die Eltern der Kinder (überwiegend Moslems), ein Problem damit hätten und er keinen Streit verursachen will. Muss ich noch mehr dazu sagen? Das passiert heute in unseren Schulen. Pädagogen wollen, aber dürfen nicht. Ihnen sind teilweise einfach die Hände gebunden. Sie können den Kindern nur Tipps geben, zu separaten Beratungsstellen zu gehen. Warum kann das denn bitte nicht die Schule machen? Ich bin für Einheitlichen und richtigen Sexualunterricht an JEDER Schule. Denn Sexualität macht vor Religion doch nicht halt. Sie gehört zur Natur des Menschen. Wenn unsere Kinder nicht lernen dürfen, was zur Sexualität gehört und wie man mit ihr umgeht, wird sich die Situation in Zukunft wohl noch mehr verschlimmern. Wir müssen bei den Kleinsten anfangen, damit sie später eine gesunde Sexualität leben können. In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen ersten Dezember. Denkt mal darüber nach!

Nichtbeziehungsgeneration?

Beziehungsratgeber ade!

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel von einer jungen Frau gelesen, die über die Bindungsangst der Männer ihrer Generation schreibt. Sie ist Anfang 30 und muss feststellen, dass die meisten Männer in ihrem Alter vor richtigen Beziehungen davonlaufen. Also beschließt sie, Beziehungsratgeber zu kaufen und herauszufinden, was sie denn falsch macht. In fast jedem Buch wird ihr erklärt, dass sie sich rar machen, auf keinen Fall zu früh mit ihm ins Bett gehen und seinen Jagdinstikt fördern soll. Also legt sie los mit ihrem Projekt und befolgt sämtliche Anweisungen. Natürlich funktioniert das ganze Spiel recht gut, aber sie lässt es dann doch sein. Sie habe nämlich keine Lust, sich verstellen zu müssen. Damit schicke ich ihr einen gedanklichen High-Five und schließe mich ihrer Meinung an. Das Interessante ist, dass es teilweise wohl tatsächlich so abläuft. Je weniger Interesse eine Frau an einem Mann zeigt, desto interessanter ist sie für ihn.

Eine meiner Freundinnen hatte vor kurzem einen ONS (wurde auch mal wieder Zeit). Am nächsten Tag musste sie in die Arbeit, also schlich sie sich aus seiner Wohnung. Am Abend zuvor hatten sie Nummern ausgetauscht und siehe da, ein paar Stunden später kam schon: „Wohin bist du denn verschwunden?“ Seit über einer Woche meldet er sich bereits regelmäßig. Sie findet ihn ganz süß, ist aber nicht verknallt in ihn. Zeit hat sie derzeit nur begrenzt, also ist sie fast schon dazu gezwungen, sich rar zu machen. Das macht sie scheinbar sehr interessant für ihn. Jagdinstikt aktiviert! Mission erfüllt. Sie werden sich wieder treffen. Weil er so hartnäckig ist. Die Frage, die sich stellt, ist, ob er auch so reagiert hätte, wenn sie noch länger in seinem Bett geblieben wäre, den Tag „gezwungenermaßen“ mit ihm verbracht hätte? In den meisten Fällen schreckt das die Männer so sehr ab, dass sie zwar versprechen, sich wieder zu melden, es dann aber oft nur tun, um den nächsten Fick klarzumachen. Manchmal kommt auch gar nichts mehr.

Judith aus dem Artikel schreibt dazu: „Der heutige Mann vertritt anscheinend das gleiche Wertesystem wie meine Oma.“ Damit meint sie die offensichtliche Tatsache, dass eine sexuell selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will, nicht das beste Beziehungsmaterial darstellt. Zumindest wird das vielerorts behauptet und aus eigenen und erzählten Erfahrungen kann ich das leider nur bestätigen. Je mehr eine Frau weiß, was sie im Bett will, desto weniger will der Mann mit ihr zusammen sein. Er will zwar immer wieder mit ihr schlafen (weil es ja ganz toll ist), aber die Frau, die er vielleicht eines Tages heiraten möchte, sollte eher die heilige Maria verkörpern als Maria Magdalena. Heutzutage gibt es immer noch Artikel in Frauenmagazinen, die bspw. folgende Titel tragen: „Frauen, die mit mehr als 11 Männern Sex hatten, werden niemals heiraten.“ – „Die durchschnittliche Frau hatte mit 8,9 Männern Sex.“ Ähm, okay?! Wollen solche Artikel in uns Frauen Schuldgefühle wecken? Dürfen wir noch immer nicht unseren Gelüsten nachgehen? Und warum sollten über 11 Geschlechtspartner verhindern, dass ich einen Mann treffe, der mich eines Tages heiraten wird? Und so etwas in unserer Zeit! Da kommt mir manchmal wirklich der Gedanke, ob vielleicht Männer solche Artikel geschrieben haben. Zumindest haben sie wohl die Studien zu den genannten Zahlen gemacht.

Dennoch muss man betonen, dass man wie immer auf keinen Fall alle Männer in eine Schublade stecken darf. Ich habe herausgefunden, dass die Männer aus der Generation meiner Mutter (40+) teilweise wesentlich reflektierter und offener geworden sind. Sie sind selten „Opfer“ der Scheidungen ihrer Eltern geworden, sondern waren eher selbst an ihnen beteiligt. Sie haben gelernt, dass Frauen heutzutage unabhängiger und selbstständiger sind und können damit meistens auch besser umgehen. Die Männer meiner Generation (25+) waren oftmals „Opfer“ der Scheidungen ihrer Eltern. Selten waren die Scheidungsraten so hoch wie bei den Kindern bzw. deren Eltern meiner Generation. Viele Männer sind vorrangig mit Frauen aufgewachsen. Sie haben zwar gelernt, dass Frauen unabhängig und selbstständig sind, vermissten/vermissen jedoch die klassische Familienkonstellation. Eine mögliche Erklärung für das „bindungsunfähige Verhalten“ meiner Generation? Und welche Rolle spielt dabei auch die Angst vor Enttäuschungen oder gar etwas zu verpassen? Fehlt den jungen Männern einfach noch die Reife für die nötige Reflexion? Aber auch die Frauen meiner Generation tendieren bereits zu vermehrter Bindungsunfähigkeit. Dennoch haben wir eine biologische, innere Uhr, die uns fast dazu zwingt, mit Anfang 30 endlich den Mann für eine Familiengründung zu finden. Und dieses Problem fällt für Männer weg. Ja, Judith hat recht, wenn sie schreibt, dass Männer damit die Macht über unsere Beziehungen haben.

Neulich fragte mich ein Freund, warum es immer noch so ist, dass Frauen von Männern erwarten, dass jene den ersten Schritt machen. Warum die old-school- Version noch immer so gefragt ist. Gegenfrage: Warum erwarten Männer immer noch von Frauen, dass sie brave marienartige Engelwesen voller Unschuld sind? Das ist doch auch old-school! Das ist leider ein Henne – Ei Problem, auf das ich keine baldige Antwort erwarte. Aber ich erwarte, dass sowohl Männer als auch Frauen ihre emotionalen und sexuellen Bedürfnisse mehr gemeinsam reflektieren. Und was ist dafür noch immer die beste Methode? Kommunikation!

Es war einmal…

…eine zarte, kleine und süße südamerikanische Prinzessin. Sie machte eine Reise in das weit entfernte, wunderschöne Dänemark. Überrascht musste sie feststellen, dass die dänische Bevölkerung (egal ob Mann oder Frau), freundlich, gut ange- und erzogen und schön ist. Egal wohin sie sah, um sie herum befand sich die pure Schönheit, gepaart mit Sexappeal. Zu dick aufgetragen? Ist ja auch ein Märchen! Obwohl… Die Prinzessin traf bereits nach kurzer Zeit auf einen Prinzen. Hellblaue Augen, fast goldenes Haar und ein Lächeln, wie es nur die größten Lausbuben drauf haben. Charmant und höflich (typisch nordisch, dort ist man nicht so aufdringlich) umgarnte er sie, bis die beiden sich Hals über Kopf ineinander verliebten. Doch die Prinzessin war auf Reisen und als sie, traurigerweise, sein Land wieder verlassen musste, verblieben sie in Brieffreundschaft (auch Fernbeziehung genannt). Die Zeit verging und die Sehnsucht nach ihrem Liebsten fraß die Prinzessin beinahe auf. Also beschloss sie, ihr Hab und Gut zu packen und zurück in sein schönes, freundliches Land zu gehen. Sie wollte unbedingt bei ihm sein, koste es, was es wolle. Der Prinz freute sich sehr. Doch bald sollten dicke, schwarze Wolken auf ihrem Liebeshimmel aufziehen. Der Prinz erkannte, dass es ernst wurde und beschloss seinen Rückzug: „Ich bin noch nicht so weit, etwas Richtiges anzufangen.“ Und da stand sie nun, die kleine Prinzessin. In einem fremden Land ohne ihren Prinzen. Und wie geht das Märchen aus?

Diese Geschichte beruht selbstverständlich auf einer wahren Begebenheit. Und sie ist bei weitem nicht neu. Das ehemalige Pärchen ist heute seit knapp einem halben Jahr getrennt. Als ich die beiden das erste Mal sah, kamen sie mir dennoch wie ein Pärchen vor. Sie agierten auch wie eines. Doch nach ein paar Stunden und einigen Flaschen Wein und Bier lockerten sich bei allen Beteiligten die Zungen. Ich bemerkte seine Flirtbereitschaft und so musste ich einfach mal bei ihr nachfragen, ob er ihr Freund sei. Nein, er ist nicht ihr Freund. Okay! Die Situation war dennoch komisch. Für eine reine Sexfreundschaft waren sie zu intim. Eine ganz normale Freundschaft konnte ich gleich ausschließen, also hakte ich nach. Er hat die Beziehung beendet, kurz nachdem sie nach Kopenhagen zum studieren kam. Sie sagte zum studieren, aber ich bin nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen. Wir Frauen sind oft sehr mutig, wenn es um die Liebe geht. Im Namen der Liebe lassen viele einiges über sich ergehen (tun viele Männer sicher auch, ich meine aber etwas anderes). Frauen haben die Tendenz, etwas so lange zu probieren, bis es wirklich nicht mehr geht. Jede Chance wird genutzt, egal, wie klein der Hoffnungsschimmer ist. Meine nächste Frage war, ob sie denn noch mit ihm schlafen würde. Ja, sie tut es! Herrgott nochmal. Wieso haben so unzählig viele Menschen keinen Stolz mehr, wenn es um Herzensangelegenheiten geht? Wir werden komplette Volltrottel, wenn wir lieben.

Er genießt und schweigt. Sie liebt ihn, er hat sie gern, würde jedoch bestimmt nicht lange zögern, wenn eine andere Dame Spaß mit ihm haben will. Und diese Möglichkeiten hat er sicher immer wieder. Mir hat er ja auch gefallen. Nur mein Anstand und meine Lebenseinstellung haben mich davon abgehalten, ihm ein unmoralisches Angebot zu machen. Trotz Alkohol! Das Traurige an dieser Geschichte ist, dass sie auf ihn wartet. Denn er lässt sie immer noch ein wenig hoffen. Er wäre schön blöd, wenn er diese Situation nicht ausnützen würde. Und dabei möchte ich ihm keineswegs Kaltherzigkeit unterstellen. Jeder wird gerne begehrt. Und wenn man das mit sich machen lässt, dann ist man (tut mir leid, aber ist so) selbst schuld. Ist irgendwie auch eine Art von Prostitution. Jeder von uns hat aus Liebe schon Blödsinn gemacht oder mit sich machen lassen. Aber wenn wir lernen, was wir wirklich wollen, dann lernen wir auch, was Liebe tatsächlich bedeutet. Und mit jedem Mal werden wir besser. Vor allem uns selbst gegenüber.

Ich persönlich habe diese leidigen Spielchen satt. Früher oder später wird sich einer von den beiden neu verlieben. Ist er es, wird ihr Herz noch einmal brechen und wahrscheinlich ist dieser Schmerz dann unheimlich groß. Ist sie es, wird er vielleicht eifersüchtig sein. Es kann auch passieren, dass er es kurz bereut, sie verlassen zu haben und es noch einmal versuchen will. Aber er will es nicht wirklich (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mein Gott, kann man denn nicht einfach schon vorher wissen, was man will?! Ich wünsche ihr, dass sie sich so richtig Hals über Kopf neu verliebt und dann auch die nötige Kraft hat, dieses Spiel zu beenden. Denn leider ist es in den meisten Fällen so, dass erst eine neue, andere Person uns von unserer Vergangenheit lösen kann. Ist scheiße, passiert aber oft genug. Und was ist die Moral von der Geschicht: Lieben tut man oder nicht!

…und wenn sie noch nicht neu verliebt ist, dann vögeln sie noch heute!

 

Urlaub!

SixtyNine taucht mal unter...

Ihr Lieben,

ich verabschiede mich mal und verschwinde in den Urlaub! Reisetagebuch ist immer mit dabei…Ich freue mich schon wieder auf euch und komme zurück mit neuen spannenden Geschichten. Reisen bildet und inspiriert!

Es küsst euch, eine noch gestresste aber auch voller Vorfreude, SixtyNine:) Und tut nichts, was ich nicht auch tun würde…

Freundschaft vs. Partnerschaft

Werden beste Freunde zum Partnerersatz?

In letzter Zeit denke ich viel über Freundschaften nach. Sie bekommen eine immer größere Bedeutung für uns. Partner werden wesentlich kritischer ausgewählt als noch vor 50 Jahren. Ökonomische Gründe fallen in den meisten Fällen weg. Heute gilt das Motto: „Warum soll ich meine Ansprüche herunterschrauben?“ Die Möglichkeit, unser Leben flexibel und unabhängig zu gestalten, hat das alte Muster von Beziehungen weitgehend abgelöst. Eine neue Form von Beziehungen entwickelt sich. In Zeiten, in denen sich viele gut überlegen, ob sie mit einer Person eine Beziehung wollen oder nicht, werden Freunde immer zentraler. So ganz nach dem Motto: „Partner kommen und gehen, aber Freunde bleiben fürs Leben“. Eigentlich stimmt dieser Satz nicht, aber darauf gehe ich später ein.

Ja, unser Lebensstil verändert sich immer weiter. Liebesbeziehungen werden als Hindernisse für die persönliche Entfaltung gesehen. Weil Liebe ja so anstrengend ist. Aber Freundschaften sind genauso Partnerschaften. Sie folgen möglicherweise nur anderen Richtlinien. Und warum denken wir bei einer Liebesbeziehung nur an die „einschränkenden“ Dinge? Monogamie…ach herrje! Was ist, wenn ich plötzlich mit jemand anderem ficken will? Heiraten? Wofür? Wir brauchen kein Papier, auf dem steht, dass wir zueinander gehören. Kinder bekommen? Um Gottes willen, in diese Welt soll ich Kinder setzen? All diese Sätze höre ich immer und immer wieder. ABER: Ich bin seit längerer Zeit single und die Zeiten, in denen ich plötzlich mit jemandem ficken will, sind rar geworden. Interessiert mich nicht mehr sonderlich. Heiraten finde ich schön, wenn es beide wollen. Denn immerhin sollte es darum gehen, die Liebe zwischen zwei Menschen zu feiern und nicht mehr darum, sich ökonomisch abzusichern. Und Kinder kriegen? Wenn ich einen Menschen habe, den ich von Herzen liebe, warum sollen wir dann nicht zusammen Kinder bekommen?

Bei den Schwangerschaften meiner Mutter haben sie auch schon gemeint, dass man doch keine Kinder in diese Welt setzen sollte. Und heute bin ich in meinen 20ern (genauer müssen wir da jetzt nicht darauf eingehen) und die Welt steht immer noch. Wovor haben wir Angst? Oder hat es nichts mit Angst zu tun? Immer wieder lese ich darüber, dass meine Generation überängstlich erzogen wird. Wirtschaftskrise, keine Arbeitsplätze, Weltuntergang… alles scheiße! Aber dennoch leben wir in einer der besten Zeiten, die es jemals gab. Kein Krieg (in unseren Breitengraden), keine Nachkriegszeit, kein Nahrungsmittelmangel, noch halbwegs funktionierendes Bildungs- und Krankenversicherungssystem, usw.  Sind die Zeiten denn immer schlecht und war früher echt alles besser? NEIN! Wer hat uns denn diesen Blödsinn in den Kopf gesetzt?

Wohin ist die Romantik, wohin die Sinnlichkeit? Alles muss funktionieren und am besten sofort. Die Folgen sind u.a. Überqualifikationen, Burnouts, Einsamkeit … Und wo ist die Liebe? Wir projizieren sie in unsere Freundschaften. Ich habe einen ganzen Clan an Single-Ladies und meist treten sie zu zweit auf. Mit ihrer „besseren Hälfte“. Eigentlich sind das Partnerschaften, die wir da führen. Nur ohne Sex! Nach ein paar Bier sagte neulich eine Freundin zu mir: „Manchmal sehne ich mich halt nach Körperlichkeit und sexueller Zuwendung, dann kann ich ja mit einem Mann schlafen. Aber für alle anderen Bedürfnisse habe ich meine beste Freundin. Sie ist da, wenn ich sie brauche. Stundenlang kann ich meinen Kopf auf ihrem Schoß platzieren und sie streichelt mich, bis es mir wieder gut geht.“ Kein Wunder, dass weibliche Freundschaftspaare gerne als lesbische Pärchen wahrgenommen werden. Ist ja bekanntlich eine Lieblingsmännerfantasie, mit zwei Frauen zu schlafen (auch wenn ich hier jetzt unterstellen möchte, dass manche Männer sicher damit überfordert wären). Und durch fehlende Beziehungen wachsen Freundinnen mit der Zeit symbiotisch zusammen. Ich denke, dass es bei Männern ähnlich ist, nur vielleicht mit weniger körperlicher Zuwendung. Also zumindest nehme ich an, dass Frauen eher miteinander kuscheln als zwei heterosexuelle Männer?

Das interessante dabei ist, dass wir wieder in klassische Beziehungsmuster fallen. Die beste Freundin ist auch eifersüchtig, wenn man zu wenig Zeit für sie hat. Man kommuniziert jeden Tag miteinander und ficken, mit wem man Lust hat, ist auch nicht drin. Findet die beste Freundin nämlich nicht so toll. Wir gehen also lieber einen Exklusivvertrag mit einer Freundin ein, als eine Liebesbeziehung zu führen? Warum? Klischeebehaftete Vorstellungen vielleicht? Aber mache ich im Endeffekt mit einem Partner nicht genau dieselben Sachen, wie mit meiner besten Freundin (außer Sex)? Wir fahren gemeinsam auf Urlaub, schlafen in einem Bett (ohne Kissenschlacht und Petting) und haben keine Geheimnisse voreinander. Wir würden heiraten, wenn wir das könnten. Nur um im Alter nicht alleine zu sein. Und verpflichtet sind wir einander auch. Irgendwie schräg. Und woher kommt die Überzeugung, dass Freundschaften länger halten als Partnerschaften? Das stimmt doch nicht. Ich habe schon einige Freunde kommen und gehen gesehen. Manche Beziehungen hatten ein trauriges Ende und bei anderen passte es einfach nicht mehr und das war okay. Also: vollkommen ident!

Sobald sich eine von den beiden Freundinnen verliebt und eine Liebesbeziehung aufbaut, wird die symbiotische Freundschaft darunter leiden. Die Prioritäten verändern sich und die oberste Position wird neu vergeben. Natürlich muss die Freundschaft dabei nicht in die Brüche gehen und das sollte sie auch nicht. Aber dennoch wird die alte Beziehung damit ad acta gelegt. Denn jetzt gibt es den neuen Partner, der viele Bedürfnisse erfüllen kann und das auch tut. Wir bilden uns ein, dass Freundschaften besser sind, weil sie angeblich unverbindlicher und unkomplizierter sind, aber das ist nicht wahr. Offensichtlich sehnt sich der Mensch nach Bindung und das ist doch okay. Aber unverbindlich sind Freundschaften schon lange nicht mehr. Wie paradox ist es also, dass wir uns vor Liebesbeziehungen fürchten, unsere Freundschaften jedoch als eben solche gestalten?!

Die verbotene Frucht…

...oder doch die sichere Nummer?

„Es gibt zwei Arten von Menschen und ich mag beide nicht“, las ich neulich auf Twitter. Ganz so eingeschränkt würde ich das vielleicht nicht sehen. Was der Typ damit meinte, weiß ich auch nicht, aber es brachte mich zum Nachdenken. Für viele Männer gibt es zwei grobe Kategorien von Frauen: Die sichere Nummer und die verbotene Frucht. Natürlich gibt es viele verschiedene Variationen und Abstufungen und manche sind ganz und gar uninteressant. Aber ich gehe jetzt mal von den Frauen aus, die einem Mann auffallen. Leider sind einige Männer von Haus aus feige. Ich würde da auf keinen Fall alle in eine Kategorie stecken (nein, wirklich nicht), aber männliche Bequemlichkeit führt oft dazu, dass ein Mann sich lieber die sichere Nummer als Partnerin wählt.

Die genauen Hintergründe kann ich nur erahnen. Möglicherweise brauchen manche einen Menschen, von dem sie immer und trotz viel Blödsinn bedingungslos geliebt werden, egal was passiert. Eine Person, die einiges mit sich machen lässt und hin und wieder sind das auch Menschen mit minderem Bildungsniveau (aber nicht immer!). Ich habe schon oft Männer getroffen, deren Partnerinnen durchaus sehr nette Menschen sind, aber viel drauf haben sie nicht. Ich denke, je stärker eine Frau wird, umso weniger Männer wollen mit ihr zusammen sein. Ich habe schon einmal darüber geschrieben, dass Frauen durch die Emanzipation ihre Passivität großteils abgelegt haben und immer öfter als Konkurrentinnen wahrgenommen werden. Das süße, jungfräuliche, brave Liebchen wird immer mehr abgelöst durch die selbstständige Powerfrau, die weiß, was sie will. Natürlich führt das zu Problemen. Denn eine Frau, die weiß, was sie will, wird sich nicht allzu lange irgendeinen Scheiß gefallen lassen.

Ich arbeite derzeit an einer Studie über Sexualität im weiblichen Lebenslauf und musste traurigerweise feststellen (war mir zwar im Vorhinein auch schon bewusst, aber wenn man es nochmal schwarz auf weiß liest, trifft es einen nochmal ins Herz), dass unglaublich viele Frauen der älteren Generation ihre Sexualität nie entwickeln konnten oder durften. Sei es jetzt durch strenge, antisexuelle Erziehung oder die Tabuisierung der weiblichen Sexualität innerhalb einer Gesellschaft. Die meisten von ihnen kennen bis ins hohe Alter ihre Bedürfnisse nicht und können diese somit auch nicht artikulieren. Und wenn sie sie kennen, dann trauen sie sich dennoch nicht immer, offen darüber zu sprechen. Der koitale Akt als „Gesetz“ in der Ehe hatte bis vor ein paar Jahren noch einen eigenen Paragraphen. Lang ist das noch nicht her, dass Frauen sich dem sexuell dominierenden Mann hingaben, weil sie dachten, dass sie es müssen und es teilweise wirklich mussten. Und noch heute kommt es durchaus vor, dass Frauen mit ihren Männern schlafen, weil sie Angst davor haben, verlassen oder betrogen zu werden. Oder es werden Affären als willkommenes „Geschenk“ hingenommen, um dem Mann nicht mehr sexuell ‚dienen‘ zu müssen. Ja, das ist teilweise noch immer so.

Doch parallel dazu hat sich die weibliche Sexualität in vielen Gesellschaften weiterentwickelt. Einige Muster sind noch tief in uns verankert, aber viele Frauen schaffen sich ihre eigene sexuelle Identität. Einer meiner Leser stellte einmal fest, dass es noch immer einen krassen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, die mit mehreren Sexualpartnern verkehren. Männer sind die Helden, Frauen die Huren! Immer noch. Es gibt heutzutage auch noch Zeitungsartikel, die Frauen, welche über 10 Sexualpartner hatten, die Wahrscheinlichkeit einer Ehe absprechen. Kein Mann will eine Frau, die mit zu vielen Männern Sex hatte. Aber warum nicht? Und woher soll er das denn wissen, wenn ich es ihm nicht sage? Ich bin mir z.B. sicher, dass einige Menschen, die meinen Blog lesen, sich immer wieder denken: „Na die hatte sicher jede Menge Typen im Bett!“ Natürlich wird hier brav die Schublade geöffnet und ich hineingeworfen. Und das nur, weil ich eine Frau bin, die über Sexualität spricht und für sich selbst herausfindet, was sie will. Meine Zahl bleibt natürlich unter Verschluss, aber ich kann euch sagen, dass sie nicht abnormal hoch ist. Ich kenne Frauen, die um einige mehr hatten und welche, die natürlich drunter sind. Man braucht nicht unzählige Sexualpartner, um zu wissen, welche Bedürfnisse man hat. Man braucht nur welche, mit denen man seine Bedürfnisse teilen und leben kann.

Aber als sexuell selbstbewusste Frau wird man schnell von vielen Männern als die verbotene Frucht abgestempelt. Die könnte ja zu anstrengend werden und dann muss man sich vielleicht darum bemühen, sie zu halten. Ach Gott, wie mühsam! Die nehmen dann lieber eine von den sicheren Nummern und denken an die verbotene Frucht, während die sichere Nummer neben ihnen schläft. Das „Problem“ bei der verbotenen Frucht ist: wenn man sie einmal gekostet hat, wird man ihren Geschmack so schnell auch nicht mehr vergessen. Wir alle suchen Leidenschaft, aber sie ist nur gut, wenn sie auch wieder zu Ende geht. Ich hatte auch eine verbotene Frucht. Ja, es gibt auch Männer, die diese Rolle einnehmen können. Immer wenn wir uns sahen, mussten wir uns haben. Für eine Nacht. Aber mit ihm zusammen sein? Oh nein, viel zu mühsam! So gesehen tendieren Frauen wohl mit der Zeit auch dazu, sich lieber eine sichere Nummer zu suchen. Ich persönlich habe meine Probleme damit. Wie kann man mit jemandem zusammen sein, den man nur so lala findet? Und wer für den einen eine verbotene Frucht ist, kann für einen anderen doch die sichere Nummer sein. Vielleicht müssen wir auch einfach weg von diesem Kategorie denken? Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die innerhalb einer Beziehung beides für ihren Partner sein können. Leidenschaft und Liebe gehören doch zusammen und bevor ich mich langweile, habe ich lieber einen Mann, den ich ab und zu ‚bändigen‘ muss. Und natürlich finde ich es auch großartig, wenn er das bei mir genauso macht. Und trotzdem können wir uns darauf verlassen, eine sichere gemeinsame Basis zu haben. Männer, die sich nur die sichere Variante suchen, sind für mich schlussendlich Luschen. Denn ein richtiger Mann kann es auch mit einer richtigen Frau aufnehmen.

Cyberlove

„Ist Liebe über das Internet real oder nur deswegen so schön, weil unsere Sehnsucht reinpfuscht?“ Das habe ich kürzlich auf Twitter gefragt. Die moderne Art, neue Leute kennenzulernen, hat auch eine neue Art von Romantik und Beziehungen geboren. Nie zuvor konnte man so viele interessante Menschen so einfach „treffen“. Ein Klick und eine Nachricht erreicht innerhalb von Sekunden das andere Ende der Welt. Und umsonst telefonieren oder SMS schreiben ist auch kein Thema mehr. Skype und Whatsapp sei Dank. Kilometer lange E-Mails, die trennende Kilometer überwinden. Wunderbar geschriebene Worte, oft sogar voller Aufrichtigkeit und Gefühl. Aber ist das auch real?

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem eine junge Frau beschreibt, wie sie ihren Partner über das Internet kennenlernte. Nun werden sie bald zusammenziehen. In ein Häuschen am See. „Getroffen“ haben sie sich nicht auf einer klassischen Singleplattform. Diese sind, meiner Meinung nach, sowieso nur Bullshit, wenn man nach echter Liebe sucht. Was hat sich verändert? Man lernt schneller den Charakter eines Menschen kennen. Zumindest, wenn man eine bestimmte Zeit lang schreibt. Träume und Sehnsüchte werden geteilt und man „spricht“ meist viel offener und ehrlicher über seine Gefühle. Bleibt das gegenseitige Interesse über einen längeren Zeitraum auch bestehen, wird man sich höchstwahrscheinlich eines Tages treffen. Und hier beginnt das Problem: Kann man noch immer so sein, wie man vor seinem Computer war, wenn die Person, der man all diese Worte mitgeteilt hat, real wird?

Ich kenne Geschichten, die voller Gefühl und Romantik über das Internet funktioniert haben. Aber sobald man sich dann auch tatsächlich getroffen hat, zog der ein oder andere den Schwanz ein. Das passiert im Real Life natürlich auch. Nur wesentlich schneller. Hier ist der Verlust weniger groß, weil man manchmal gar nicht mehr die Chance hat, einen Menschen richtig kennenzulernen. Die Begegnung in echt erspart uns so vielleicht mehr Kummer und Trauer, als wenn man davor monatelang alles miteinander geteilt hat. Ein Mensch, den man liebgewonnen hat, ist dann von einem auf den anderen Tag einfach weg. Andererseits durften wir Romantik erleben. Schon Shakespeare oder Goethe wussten um die Schönheit geschriebener Worte. Funktioniert die umgekehrte Form des Kennenlernens nun besser oder schlechter?

Ein Mann hat mir auf meine Twitternachricht geantwortet, dass er seine jetzige Lebensgefährtin über das Internet kennengelernt hat. Das war vor zehn Jahren und dieses Jahr feiern sie den sechsten Geburtstag ihres gemeinsamen Kindes. Und eine Freundin erzählte mir von einem Typen, der zwar äußerlich kein absoluter Hingucker war, aber die Damen, die er über das Internet kennenlernte, so sehr mit seinem Charme und Witz für sich gewinnen konnte, dass sie sich dennoch immer wieder in ihn verliebten. Auch im Real Life. Zwar heißt es, dass die Chemie zwischen zwei Menschen passen muss, damit sie sich verlieben. Aber kann es nicht auch sein, dass man ebenso eine geistige Chemie zueinander haben sollte? Denn wenn nur die körperliche Chemie stimmt, ist das noch lange kein Garant für eine erfüllende Beziehung. Für gemeinsamen Nachwuchs vielleicht, aber wenn ich mit einem Mann nicht intellektuell auf einer Ebene bin, möchte ich nicht den Rest meines Lebens mit ihm verbringen.

Noch immer sind viele Leute skeptisch, wenn sie Menschen über das Internet kennenlernen. Das Argument ist meistens, dass sich im Web ja so viele Verrückte tummeln und man nie weiß, wen man tatsächlich vor sich hat. Aber so genau wissen wir das auch nicht immer bei Menschen, die uns direkt gegenüber sitzen. Wie oft hat man sich schon in Menschen getäuscht, die man gleich face to face getroffen hat? Und wer sich immer sofort mit jedem Deppen aus dem Internet trifft, ist wirklich selbst schuld. Ich treffe mich ja auch so nicht mit jedem dahergelaufenen Typen von der Straße. Und auch beim gemeinsamen Schreiben kann man mit Hilfe der Menschenkenntnis erkennen, ob man jemanden nun mag oder nicht. Vor allem, wenn es über einen längeren Zeitraum geht.

Das Körperliche fällt also zunächst einmal weg und das hat seine Vor- und Nachteile. Denn natürlich kann es passieren, dass man jemanden, den man beim Schreiben geliebt hat, in echt nicht riechen kann. Aber ich denke nicht, dass das sehr oft passiert. Vielleicht hängen der geistige Austausch und die körperliche Chemie enger miteinander zusammen, als wir denken? Vielleicht entwickelt sich die körperliche Chemie aufgrund des geistigen Austausches erst? Und glaubt man der Energielehre, so zieht man immer genau das an, was gerade zu einem passt. Egal, wie weit entfernt man voneinander ist.

Zum Schluss eine kurze Geschichte von zwei Freundinnen: Diese zwei Damen haben ungefähr zur selben Zeit interessante Männer kennengelernt. Die eine fand den ihren zufällig über das Internet, die andere traf ihn beim Ausgehen. Beide erlebten zunächst wunderbar romantische Geschichten und beide verliebten sich. Und dennoch hat keine von den beiden Liebesgeschichten ein Happy End. Denn sowohl der Internettyp, als auch der „echte“ Typ zogen den Schwanz ein, als es ernst wurde. Heute wissen die beiden Damen, dass es nicht an der Art und Weise ihres Kennenlernens gelegen hat, sondern dass beide Männer einfach nicht die richtigen für sie waren. Beide Männer haben Dinge gesagt und versprochen, die sie nicht halten konnten. Und es ist vollkommen egal, ob es der eine über lange E-Mails und der andere face to face gemacht hat. Es liegt immer am Charakter einer Person. Wer nicht weiß, was er will, wird immer für Verwirrung und Gefühlschaos sorgen und derjenige, der weiß, was er will, bekommt es auch. Und dabei scheint es irrelevant zu sein, ob man denjenigen über das Internet oder gleich im Real Life getroffen hat.