Über SixtyNine

Lisa Maria Biber alias SixtyNine würde am 10.Juli 1985 in Wien geboren. Wer jetzt aufgepasst hat, wird erkennen, dass der Künstlername nicht nur für eine allzu bekanne Sexualstellung steht. Ihre ersten Gedichte und Kurzgeschichten hat sie bereits mit 12-Jahren verfasst. Seit Jänner 2012 ist sie BA of Arts im Bereich Bildungswissenschaft und macht derzeit den MA mit den Spezialbereichen Medien- und Sexualpädagogik in Wien. Ihre Leidenschaft zum Schreiben verknüpft sie ebenso mit persönlichen Ereignissen wie auch Wissen, dass sie in ihrem Studium erworben hat. Dennoch gibt es hier keine wissenschaftlichen Texte im klassischen Sinn zu lesen...Vielmehr möchte die Autorin Tabuthemen über Liebe, Sexualität und Weiblichkeit aufgreifen und damit auf eine sarkastische sowie wienerisch-charmante Art aufmerksam machen und zum nachdenken anregen. Alle Texte sind Eigentum der Autorin und nur auf Anfrage bei dieser zur Weiterverwendung erlaubt! Die Bilddateien kommen aus unterschiedlichen Quellen im Internet und sind daher nicht Eigentum der Autorin. Die Autorin besitzt nicht die Fotocredits. Sollte eine Graphik gegen Urheberrechte verstoßen bitten wir darum, die Autorin darauf aufmerksam zu machen, damit diese unverzüglich gelöscht werden können. Alle, hier direkt veröffentlichten Texte, gelten jedoch als rechtmäßiges Eigentum von Lisa Maria Biber (ausgenommen sind externe Links und Verweise auf andere Texte).

Wann ist ein Mann ein Mann?

...oder: Wie Männer ihre Lust zeigen dürfen!

Die Rolle des Mannes in unserer heutigen Gesellschaft ist nicht unbedingt eine leichte. Ich verstehe die Orientierungslosigkeit vieler und es ist definitiv schwieriger geworden. Die klassische Rollenverteilung fällt zunehmend weg, auch wenn es immer noch viele Menschen gibt, die gerne traditionelle Beziehungen leben. Aber es gibt auch immer mehr Frauen, die das nicht mehr wollen. Und auch viele Männer sehnen sich nach anderen Formen der Beziehung als der Mutter-Vater-Kind Geschichte. Im Rahmen meiner Ausbildung lerne ich so vieles und oft begegnen mir durch diese Arbeit Menschen, die Dinge besser formulieren können als ich. Und wenn ich dann endlich die Worte gefunden habe, die ich suchte, dann schreibe ich natürlich gleich einen Text darüber.

Es gibt nun mal Männer und Frauen, das kann man nicht leugnen. Manch eine/r (vor allem die lästigen Genderexperten) schreit: „Wir sind alle Menschen!“ Ja natürlich sind wir das, aber warum sollen wir uns deswegen unser Geschlecht absprechen lassen? Im Tierreich gibt es ja auch Männchen und Weibchen und nicht nur Tiere und es gibt ja auch ganz viele verschiedene Arten von Tieren. Welch eine Farce wäre das, wenn man einen Frosch in die selbe “Kategorie” stecken würde wie einen Löwen? Gerade die Vielfältigkeit der Menschheit und der Tierwelt ist es doch, die unsere Welt so wunderbar macht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass durch den zwanghaften Versuch, uns alle gleich machen zu wollen, das Besondere verloren geht. Und wir sind jede/r für sich besonders, egal ob Mann oder Frau. Aber ein Mann wird niemals das fühlen können, was eine Frau fühlt und umgekehrt. Schon gar nicht beim Sex! Nirgends sind wir mehr Mann und Frau, als bei dieser wunderbaren Sache. Und das ist vollkommen in Ordnung so. Nur weil wir uns durch unsere Geschlechter voneinander unterscheiden heißt es ja nicht, dass wir unser Menschsein, schon gar nicht unsere Individualität verlieren. Aber genug davon, ich musste das nur mal klar stellen.

Während eines Seminars sprachen wir mit unserem Lehrgangsleiter über Fallbeispiele aus seiner Praxis. Es kommt immer öfter vor, dass Frauen mit ihrem Sexualleben unzufrieden sind, weil der männliche Partner seine eigene Sexualität auf ihrer aufbaut. Wie das zu verstehen ist? Es gibt Männer (und davon mittlerweile sogar recht viele), die ihre Lust abhängig von der Lust des Anderen machen. Viele Frauen kennen Sätze wie: „Du bist ja gar nicht gekommen, alles in Ordnung?“ oder „Kommst du bald?“ oder „Bist du gekommen?“. Dieses Phänomen tritt sehr häufig auf und ich weiß gar nicht, wie oft Frauen schon versucht haben zu erklären, dass wir nicht jedes Mal einen vaginalen Orgasmus brauchen um guten Sex zu haben. Es gibt Frauen, die während dem Sex überhaupt nicht kommen können. Dann liegt das aber nicht am Mann. Er ist deswegen kein schlechter Liebhaber, absolut nicht! Es ist nicht fair, die Verantwortung für guten Sex in eine Hand zu legen. Indem ein Mann seine Lust von einer Frau abhängig macht, übergibt er ihr die Verantwortung dafür. „Es macht mir nur Spaß, wenn du Spaß hast!“ ist ein gefährlicher Satz. Er signalisiert der Frau: Du musst jetzt Spaß haben, sonst hat er auch nichts davon. Und damit sind wir aber weit entfernt von leidenschaftlichem Sex, weil unsere Energie nun nicht mehr in uns und bei der Sache ist.

Unser Vortragender hat etwas ganz wunderbares gesagt: Frauen wollen keine Arschlöcher und keine Weicheier, sie wollen einfach einen Mann, der bei sich ist. Einen Mann, der seine Lust wahrnimmt, spürt und sie auch offen zeigen kann. Natürlich kann man dabei auch Rücksicht auf die Bedürfnisse des Gegenübers nehmen. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus! Kein Egoficker und auch keinen von denen, die nur Spaß haben, wenn Frau Spaß hat. Wenn eine Frau nicht mehr die Verantwortung für beide tragen muss (gilt natürlich auch andersrum), entsteht der Spaß beim Sex fast von alleine. Niemand spürt mich selbst so gut, wie ich es tue. Und ich kann nur loslassen und ganz bei mir sein, wenn es der andere auch tut. Sobald derjenige jedoch jede meiner Körperregungen genau wahrnimmt und analysiert, geht der Spaß logischerweise flöten. Lustvoll gehen lassen und gemeinsam in Ekstase verfallen lautet die Devise. Wenn sich etwas nicht so gut anfühlt oder man etwas nicht will, kann man den Mund ja jederzeit aufmachen und etwas sagen. Sich auf jemanden einlassen bedeutet, man selbst zu sein. Ich glaube nur, dass das nicht jeder versteht.

Sex ist keine einstudierte Perfomance. Ein Mann ist ein Mann, wenn er spürt was er mag und das auch leben kann. Wenn er seine Fantasien artikuliert und zu sich steht. Nichts ist schöner als ein Mann, der weiß was er will und sich das auch nehmen kann. Das gilt für Frauen übrigens genau so. Ein Blowjob bspw. wird zu einem unvergesslichen Erlebnis für beide, wenn jeder für sich Lust daran empfindet und es gerne hat. Das weiß ich aus eigener Erfahrung;) Und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es geht nicht ums Arschloch sein und nicht darum rücksichtslos eine Frau zu ficken. Es geht darum, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und sie auch leben zu können. Und ihr Männer dürft auch eure wunderbaren Orgasmen erleben, ohne das wir Frauen vorher das halbe Haus Zusammengebrüllt haben. Vertraut mir, es ist in Ordnung so – weniger Druck und mehr Leidenschaft ist die Devise und dann ist ein Mann auch ein Mann!

 

Wenn es um die Größe geht…

...oder vielleicht doch eher um den Durchmesser.

Derzeit begegnet mir immer wieder das Thema Penisgrößen und männliche Komplexe. Ein Mann, mit dem ich mich mal beiläufig unterhielt erklärte mir das so anschaulich, dass ich heute noch ein wenig Mitleid mit euch Männern habe. Was eine Frau – sexuell gesehen – zu bieten hat erkennt man(n) meist relativ schnell. Unsere Brustgröße lässt sich in den meisten Fällen realistisch einschätzen und unsere Ärsche sind ebenfalls zu erahnen. Vaginas weichen nur selten wirklich extrem von der Norm ab und so weiß ein Mann, der sexuelles Interesse an einer Frau hat, das oft recht schnell. Ja, es gibt push up BHs und es kann natürlich passieren, dass unter einem vorgegaukelten C-Cup plötzlich ein A hervorspringt. Aber diese Art Frauen erkennt man recht schnell und Männer die sich darauf einlassen wissen das oft schon vorher. Eine wirklich selbstbewusste Frau steht – meiner Meinung nach – auch zu ihren A Brüsten. Ich persönlich finde ja, dass manchen Frauen kleinere Brüste hervorragend stehen. Aber egal, ist nicht das Thema;)

Frauen haben einfach den Vorteil, dass sie mehr Geschlechtsteile besitzen als Männer. Zumindest sekundäre. Und diese sind für viele Männer gar nicht sooo unwichtig. Auf Reize reagiert die Biologie des Mannes ja bekanntlich sehr gut. Aber wir Frauen haben weniger woran wir uns festhalten können. Und ja, männliche Komplexe sind berechtigt: Das Auspacken der Überraschung, die ihr uns zu bieten habt, ist tatsächlich wichtig! Es heißt immer wieder, dass die Größe nicht zählt. Aber ganz richtig ist das bekanntlich leider nicht. Natürlich gibt es keine Standardgröße, die jede Frau braucht, um guten Sex zu haben und ja oft hängt es auch mit der Performance und vor allem mit dem Durchmesser zusammen. Es gibt Männer, die mit einem Riesenprügel absolut nicht umgehen können und das kann sehr unangenehm werden (einen 30cm Schwanz will fast keine Frau und geht sich auch nicht sonderlich gut aus, rein biologisch). Und es gibt Männer, die leider von der Natur nicht sehr groß gesegnet wurden. Das ist eine Tatsache. So, wie manche Frauen kleinere Brüste haben und andere größere. Trotzdem heißt es nicht, dass Schwänze welche von der Norm abweichen (egal ob zu groß oder zu klein) automatisch besser oder schlechter „arbeiten“. Auch das ist individuell. Er soll mich ausfüllen, aber nicht aufspießen!

Wenn eine Frau einen neuen, interessanten Mann kennen lernt und die beiden zunächst mal ein paar Dates ohne Sex haben, kommt trotzdem irgendwann die Angst auch bei einer Frau dazu, dass sein Penis nicht passen könnte. Vor allem, wenn wir uns verlieben. Wir mögen diesen Mann dann ja wirklich und wir hoffen, dass er uns sexuell auch befriedigen kann. Der Moment, bis Frau endlich Gewissheit hat, kann manchmal sehr nervenaufreibend sein. In einer Folge der amerikanischen Serie „New Girl“ hat die beste Freundin der Hauptdarstellerin große Angst, dass der Penis ihres zukünftigen Mannes nicht passt. Sie haben beschlossen, erst nach der Hochzeit Sex zu haben. Diese Tatsache ist zwar irgendwie romantisch, aber sie führt auch zu großem Druck. Nicht nur bei den Männern! Als sie das mit ihren Freundinnen bespricht (ja, wir reden natürlich darüber), versucht ihre beste Freundin ihr die Angst zu nehmen mit Aussagen wie: „Die Größe des Hammers ist unwichtig, Hauptsache er weiß damit richtig zu nageln.“ Die Mehrheit der anwesenden Frauengruppe widerspricht ihr, denn so egal ist es leider nicht!

Dennoch kann Liebe einiges besser machen. Und ich gehe hier nicht von Extremfällen aus. Ein Mann, der bei einer Erektion fast bewusstlos wird weil sein Penis so viel Blut braucht ist genauso arm dran, wie jeder der mit einem sogenannten Micropenis herumläuft. Aber dazwischen gibt es extrem viele Varianten und Abstufungen. Es gibt dicke kleine und lange dünne. Lange dicke und kleinere dünne. Welche mit Krümmung und schiefe. Manche haben sogar einen Knick. Hin und wieder ist die Eichel riesengroß und bei anderen richtig klein. Der eine hat ein kleines Pralles Säckchen, beim anderen hängt es schlapp herunter usw. Aber all das ist vollkommen egal, wenn der Mann dazu passt. Wirklich!

Wenn Frau wirklich liebt, dann sind „Penisprobleme“ schnell in Griff zu bekommen. Es gibt ja einen ganzen Markt dazu, der sehr hilfreich ist, um trotz biologischer „Probleme“, wunderbaren Sex zu haben. Nur eine richtig effektive OP gibt es für Penisse nicht. Brüste kann sich theoretisch jede Frau vergrößern oder verkleinern lassen, sowie auch Schamlippen gerichtet oder gefärbt werden können. Aber bis auf einen einzigen medizinischen Eingriff (und der macht aus einem kleinen Penis jetzt auch keinen Prügel), gibt es keine Hilfe für Männer! Das ist nicht fair, ich weiß. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich nicht ein Bild eines für mich perfekten Penisses im Kopf habe. Das habe ich. Ja, es gibt Penisse die besonders schön und ästhetisch sind. So wie Männer ihre Vorstellungen von perfekten Brüsten, Ärschen und/oder Vaginas haben. Aber: Nicht jeder Mann, den ich einmal geliebt habe, hat dieser Vorstellung auch entsprochen. Und das war egal!

Wir wünschen uns einfach, dass es ohne Hilfe passt. Wir wollen spontan und jederzeit Sex mit dem Mann unserer Träume haben können, ohne Hilfe und/oder ohne Schmerzen. Aber wenn der Traumpartner diesem einen Wunsch nicht nachkommen kann, dann wird wahre Liebe daran auch nicht scheitern. Sex ist wichtig! Aber nur Sex ist bei weitem nicht alles. Ich habe schon Männer von der „Bettkante gestoßen“, die sehr attraktiv (oben wie unten) waren, weil ihr Gesamtpaket einfach nicht passte. Sei es der Geruch, die Art wie sie sprechen oder einfach ihre zu große Arroganz (manche würden auch sagen, dass die Chemie wohl nicht gepasst hat). Wenn es alleine nur um Sex geht, ist die Größe oder eigentlich die Dicke eines Penisses durchaus relevant, ja. Ich schlafe nicht noch einmal mit einem Mann, dessen Penis mich nicht glücklich machen konnte (klingt hart, ist aber so!). Wenn ich ihn nicht liebe, sehe ich keinen Sinn darin, es nochmal mit ihm zu tun. So wie Männer manchmal richtig geile Frauen einfach nur ficken wollen. Aber wenn es um Liebe geht, muss nicht immer alles perfekt sein. Das heißt aber nicht, dass Frauen nicht auch enttäuscht von der männlichen Überraschung sein können. Aber sie werden alles daran setzen, dass es dennoch passt. Es gibt genug Stellungen, Toys und Beckenbodenübungen, um auch mit abweichenden Penisgrößen richtig Spaß zu haben. Und das ist meine Antwort auf die Frage, ob die Größe wirklich zählt.

Von Objekten und Sexismus…

Dann bin ich wohl eine Triebtäterin?!

„Aber natürlich, Schnuckie!“ – „Danke Schnitte.“ So oder so ähnlich gestaltet sich die Konversation zwischen mir und männlichen Mitmenschen, die ich kenne und schätze. Ganz Konkret wurden diese Worte in einer Konversation zwischen mir und einem Unikollegen verwendet. Wir haben keine Beziehung (weder sexuell, noch romantisch) und weder er, noch ich stören uns daran, so miteinander zu sprechen/schreiben. Ich habe die Angewohnheit, Menschen mit Schatzilein oder Schnuckie zu bezeichnen, auch wenn ich ihnen nach „gesellschaftlicher Norm“, keine Spitznamen geben dürfte. Für mich ist das ein Symbol der Freundschaft und Nähe, ein Ausdruck von Ich mag dich. Wenn jetzt ein Mann wutentbrannt aufspringen und mir vorwerfen würde, ich sei Sexistisch, würde ich wohl zu lachen beginnen. Aber hätten sie nicht genauso ein Recht darauf, wie es wir Frauen verlangen und haben?

Ich habe diese ganze Sexismus Debatte satt, weil sie so dermaßen Scheinheilig ist! Ich fühle mich nicht bedroht, wenn ein Mann mir ein Kompliment macht und ich kann auch sehr gut NEIN sagen, wenn mir etwas nicht in den Kram passt. Ich bin mündig und kann mich wehren. Und Frauen brauchen nicht abfällig behaupten, dass alle Männer triebgesteuerte Tiere sind. Denn wir Frauen nutzen ihre Triebe gerne aus. Fast jede Frau weiß ganz genau, welche Hebel sie in Bewegung setzen muss, wenn sie einen Mann verführen will. Die „Waffen“ einer Frau sind zwar subtiler, aber um nichts besser. Auch Frauen machen Männer zu Objekten. Da stehen wir unseren männlichen Artgenossen um nichts nach. Spätestens seit „Sex and the City“ sollte die ganze Gesellschaft wissen, dass auch Frauen Männer als Sexsymbole sehen.

Traurig ist es, dass die wahren Opfer sexistischer Übergriffe in den Hintergrund treten müssen, weil heutzutage schon ein falscher Blick als Belästigung klassifiziert wird. Scheiße man! Ein Mienenfeld ist das, auf dem sich unsere männlichen Mitmenschen bewegen. Wie soll denn da noch jemand wissen, was okay ist? Ja, es gibt durchaus die gierigen Männer, die ihre Hände und abwertenden Worte nicht bei sich behalten können, aber sooo viele sind das gar nicht! Neulich hat mich ein Freund mit „Baby“ angeschrieben. Ich fand es irgendwie süß (auch wenn ich den Kosenamen Baby nicht so gerne mag), aber auf mein Nachfragen, ob das jetzt auch tatsächlich an mich gerichtet war (nicht, weil ich mich aufregen wollte, ich wollte nur sichergehen, dass er bewusst mich verniedlicht hat), entschuldigte er sich für diese sexistische Bezeichnung. Wenn du das liest (und ich weiß, dass du das tust): Ich fand es total süß und absolut NICHT sexistisch von dir!

Wenn ich als Frau keine Lust habe, mich an jeder Ecke anbaggern zu lassen, dann kann ich das auch verhindern. Ich muss nicht jeden Tag meine Reize öffentlich zur Schau stellen. In einem Artikel las ich neulich: Welche Frau macht sich denn nur für sich alleine so zurecht? Oder kennt ihr welche, die alleine zu Hause im sexy Outfit und komplett geschminkt und zurechtgemacht vor dem Fernseher sitzen? Für sich selbst? NEIN! Die meisten Frauen, die sich sexy in der Öffentlichkeit präsentieren, wollen dafür auch ein Feedback. Und da die meisten Männer sehr gut auf optische Reize reagieren, wissen Frauen genau was sie tun müssen um dieses Feedback zu erhalten. Sexismus brüllen sie dann, wenn es leider der falsche Mann war! Aber ganz ehrlich? Selbst schuld!!! Und hier muss eine deutliche Grenze zwischen wahrem Sexismus und „falschem“ Feedback gezogen werden. Nur leider verschwimmt diese Grenze immer mehr. Und ACHTUNG: Ich stelle hier auf keinen Fall, den ernstzunehmenden Sexismus in Frage!!!

Natürlich soll Frau anziehen können, was sie will ohne gleich von jedem paarungswilligen Männchen besprungen zu werden. Aber wir sind auch nur Menschen, die einem biologischen Fortpflanzungstrieb folgen. Ja, Männer sollten sich teilweise besser zu beherrschen Wissen und ihre Schwänze nicht gleich zu leichtsinnig auspacken. Aber auch Frauen sollten ihre Reize nicht ständig auf einem Silbertablett servieren. Da kann ja sogar ich als Frau teilweise nicht mehr wegsehen. Es ist fast ein bisschen ein gemeines Spielchen, das wir da spielen. Und den Männern da alleine die Schuld zu geben, halte ich für falsch und ungerecht. Es ist immer wichtig, darauf zu achten, welche Signale ich aussende. Und wenn mir ein Mann, einfach auf den Hintern greift, dann könnte ich ihm eine knallen, ja. Aber ich muss auch darüber nachdenken, welche Signale ich ausgesendet habe, dass es überhaupt so weit gekommen ist?! Mir persönlich ist es noch nicht sehr oft passiert, dass Männer (außer sie sind sehr stark alkoholisiert) einfach so meinen Hintern betatscht haben. Aber ich habe Freundinnen, bei denen ist das fast schon Routine. Meist sind das Frauen, die ein recht geringes Selbstwertgefühl besitzen. Aber diese Behauptung kann ich jetzt nicht komplett stützen, also belasse ich es einfach mal so.

Und jetzt nochmal ganz ehrlich und auf den Punkt gebracht: Wenn jeder Mann, dem ich mal auf den Hintern geklopft habe, mich wegen Belästigung angezeigt hätte, dann wäre ich wohl eine polizeilich eingetragene, mögliche Triebtäterin oder so etwas. Aber darüber lacht unsere „emanzipierte“ Gesellschaft nur.

Gefühle sind nur Märchen???

Ach, trau dich einfach!!!

Es war einmal eine junge Frau (jaja, ich weiß, jetzt fang ich schon wieder mit einem Märchen an…), die im Rahmen ihres Studiums beschloss, in eine völlig andere Stadt zu gehen. Ja, auch so eine ähnliche Geschichte habt ihr von mir schon mal gelesen, aber heute geht es um etwas ganz anderes (sie ist nämlich NICHT wegen einem Mann in diese Stadt gezogen, sondern tatsächlich wegen ihrem Studium). Auf jeden Fall ging diese junge Frau in eine neue Stadt, um ihren Lebensmittelpunkt für bestimmte Zeit dorthin zu verlegen. Da sie recht offen und aufgeschlossen ist, fand sie rasch ein paar neue Freunde und verbrachte ihre freien, sonnigen Nachmittage gerne mit ihnen in einem der größten Parks der Stadt. An einem dieser Tage saß in der Nähe ihrer Gruppe eine andere Studentengruppe. Sofort fiel ihr ein junger, recht attraktiver Mann auf, der offensichtlich seine Augen nicht mehr von ihr lassen konnte. Jeder von uns kennt diese wunderschönen Augenblicke, in denen einfach alles stimmt. Man wird verzaubert von diesem einen Moment. Manche nennen es Liebe auf den ersten Blick. Das kann man aber nur so nennen, wenn daraus auch mehr wird, als bloß der Blickkontakt. Als sie sich erhob und auf den Weg nach Hause machte, nahm der junge Mann all seinen Mut zusammen und lief zu ihr rüber. Er fragte sie um ein Date und sie bejahte seine Frage freudig.
Diese Geschichte ist jetzt schon ein paar Jahre her. Die beiden sind ein glückliches Paar geworden und soweit ich weiß, sind sie es noch immer. Doch was war hier passiert? Der junge Mann hat sich von seinen Gefühlen leiten lassen und ist ein Risiko eingegangen. So ganz nach dem Motto: No risk, no fun! Wir haben noch immer die Überzeugung in uns, dass Männer den ersten Schritt machen müssen. Aber viele Männer sehen das heute nicht mehr ein. Oder wir sind alle einfach schon so dermaßen verwirrt, dass wir nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist? Unsere Gefühle vergessen wir dabei. Die einen sagen: Frauen wollen überall emanzipiert sein, dann sollen sie auch die Männer selbst ansprechen. Die anderen sagen, Männer wollen Frauen erobern, also machen sie auch lieber den ersten Schritt. Wie soll Mensch sich da noch auskennen? Aber nichts desto trotz sollte es uns eigentlich vollkommen egal sein, wer den ersten Schritt macht. Man sollte sich halt einfach trauen, wenn man einen Impuls verspürt.
Hier liegt jedoch das eigentliche Problem unserer „modernen“ Gesellschaft. Die Menschheit hat sich untereinander so dermaßen isoliert, dass wir glauben nicht mehr fühlen zu können, ob eine Spannung zu jemandem nun da ist oder nicht. Wir haben Angst, etwas komplett anderes zu fühlen, als unser Gegenüber und statt darüber einfach zu kommunizieren und wieder mehr Gemeinschaft zu schaffen, lassen wir es lieber sein und denken darüber nach, was wohl gewesen wäre, wenn… Dabei kann uns eigentlich nichts Schlimmeres passieren, als dass die „Zielperson“ Nein sagt. Aber schon die Angst vor dem Nein ist so groß geworden, dass kaum noch jemand genug Mumm besitzt, einfach mal hin zu gehen. Jeder Mensch kann selbst darüber entscheiden, ob er eine Chance nutzt oder nicht. Und jeder Mensch verspürt irgendwann auch Angst, wenn er dabei ist, Chancen zu nutzen. Denn eine Chance zu nutzen kann Veränderung bedeuten und nicht jedem gefällt das auch.
Abhilfe schaffen nun neue Onlineseiten, die plötzlich aus dem Boden sprießen wie Unkraut. „Spotted“ nennen sie sich. Den Usern wird damit die „Chance“ geboten, einen Menschen online anzusprechen, weil sie sich im realen Leben einfach nicht trauen oder weil sie eine Chance verpasst haben. Ja, ich sehe es ein, dass man mal eine Person trifft, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht und dann sucht man nach dieser Person und vielleicht findet man sie und kann sie dann sogar kennen lernen. Dagegen habe ich nichts. Aber wenn (und das passiert leider fast täglich) jemand postet: „Hey du Süße, ich sitze gerade in der Bibliothek hinter dir und wenn du das liest, dann dreh dich doch bitte um!“ oder „Ich sehe dich jetzt schon seit Wochen in der Mensa, wenn du mich kennen lernen willst, dann zieh das nächste Mal bitte ein rotes Shirt an.“ , dann frage ich mich echt, ob es nur noch Hosenscheißer auf dieser Welt gibt?! Nichts gegen Schüchternheit, aber das geht definitiv zu weit. Wer will, der kann auch! Und wer nicht will, der hat schon! Und manchmal soll es auch einfach nicht sein (ich weiß, es gibt Menschen, die das nicht so sehen, aber das ist hier meine Meinung).
Soziale Krüppel sind wir geworden. Versteckt hinter einem Bildschirm und einer Tatstatur suchen wir nach… was suchen wir eigentlich? Wirklich Liebe oder einfach nur einen Kick? Oder wie mein geliebter Theodor W. Adorno schreibt: „Wahrscheinlich ist jene Wärme unter den Menschen, nach der alle sich sehnen, außer in kurzen Perioden und ganz kleinen Gruppen, mag sein auch unter manch friedlichen wilden, bis heute überhaupt noch nicht gewesen.(…) So hat Charles Fourier die Attraktion als ein durch menschenwürdige gesellschaftliche Ordnung erst herzustellendes bestimmt; auch erkannt, dass dieser Zustand nur möglich sei, wenn die Triebe der Menschen nicht länger unterdrückt sind, sondern erfüllt und freigegeben.“ In diesem Sinne, traut euch! Traut euch fühlen, traut euch kommunizieren, traut euch Chancen anzunehmen und traut euch, Risiken auf euch zu nehmen. Denn im Nachhinein betrachtet war es (egal wie es ausging) fast immer gut!

friedlichen wilden, bis heute überhaupt noch nicht gewesen.(…) So hat Charles Fourier die Attraktion als ein durch menschenwürdige gesellschaftliche Ordnung erst herzustellendes bestimmt; auch erkannt, dass dieser Zustand nur möglich sei, wenn die Triebe der Menschen nicht länger unterdrückt sind, sondern erfüllt und freigegeben.“ In diesem Sinne, traut euch! Traut euch fühlen, traut euch kommunizieren, traut euch Chancen anzunehmen und traut euch, Risiken auf euch zu nehmen. Denn im Nachhinein betrachtet war es (egal wie es ausging) fast immer gut!

Intimhygiene

Für empfindliche Nasen...

GestankNeulich begleitete ich meine Großtante auf eine öffentliche Toilette. Ich musste zunächst etwas schmunzeln, als sie aus der Nebenkabine rief: „Frauen sind solche Schweindeln!“ Nachdem ich jetzt jedoch genauer darüber nachgedacht habe, finde ich das Ganze gar nicht mehr so amüsant. Es ist allgemein bekannt, dass Frauenklos dreckiger sind, als jene der Männer. Wenn Frau schon auf einer öffentlichen Toilette kacken muss, kann sie doch wenigstens die Klobürste verwenden oder ist das zu viel verlangt? Bernhard Ludwig meinte einmal im Rahmen seines Kabaretts „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“, dass es aber auch viele Frauen gebe, die den Dreck der anderen Frauen wegputzen, damit die Dame danach ja nicht denkt, dass sie selbst so viel Dreck gemacht hat. Wenn ich nicht zu sehr angeekelt bin, mache ich das tatsächlich. Aber ich habe es satt, den Scheiß von anderen wegräumen zu müssen. Am meisten tun mir ja die Putzleute leid, die das Tagtäglich wegmachen.

Aber genug über die Darmentleerung. Neben den störenden Gerüchen des Darminneren, erlebe ich oft, wie Frauen noch ganz andere unangenehme Gerüche in Toiletten hinterlassen. Was Sex mit anderen Frauen angeht bin ich genau deswegen gehemmt (und ich bin nicht lesbisch, aber neugierig)! Manche Frauen haben da unten eine Stinkgrotte, dass ich bei leibe nicht verstehen kann, wie Männer das aushalten. Männliche Intimhygiene scheint wohl einfacher zu sein, als weibliche. Und ich weiß auch wieso. Viele Frauen wissen nicht, wie man sich untenrum pflegt. Einen Penis kann man ganz einfach einschäumen, für die die eine Vorhaut haben, einfach zurückschieben und drunter auch sauber machen und das war es. Achja, hinter dem Sack bitte auch waschen! Aber die Vagina ist wesentlich empfindlicher. Der muss man ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Sie hat einen natürlichen Reinigungsprozess und braucht keine Duschgels oder parfümierte Slipeinlagen. Wasser reicht völlig und gelegentlich eine Vaginalspülung.

Ich habe eine großartige Gynäkologin und mit der spreche ich natürlich viel über solche Themen. Der Eigengeruch der Vagina ist ganz sanft und nicht penetrant. Er verändert sich mit dem Zyklus. Eine Frau riecht untenrum logischerweise anders wenn sie in der Phase ihrer Menstruation ist. Ebenso verändert sich ihr Geruch, wenn sie gerade fruchtbar ist. Auch das Vaginalsekret verändert sich im Laufe eines Monats einige Male. Das kann Frau sehr gut selbst beobachten. Aber viele schenken sich diese Aufmerksamkeit nicht. Und bitte, man sollte doch merken wenn man plötzlich nicht mehr natürlich riecht?! Interessiert ihr euch denn nicht für eure  Lustgrotte? Wenn man sich selbst nicht mehr riecht, dann hat sich die Nase bereits an den Gestank gewöhnt und es bedeutet nicht, dass man nicht stinkt. Ich würde jeder Frau (wie auch jedem Mann) dazu raten, sich mal selbst zu kosten. Wer sich das nicht „traut“, hat wohl ein gröberes Thema mit seinem Körper und seiner eigenen Sexualität.

Eine mir bekannte Dame hatte über Jahre ein Problem mit dem Geruch ihrer Vagina. Es störte sie sehr, aber sie ging auch nicht zum Arzt, um sich Hilfe zu suchen. Als ich ihre Diagnose sah (nachdem sie nach Jahren endlich mal bei einem Frauenarzt war), empfahl ich ihr eine Zäpfchenkur. Ihre natürliche Vaginalflora war zerstört. Nach nur drei Tagen, war der Gestank weg. Jahrelang hat sie sich damit gequält, sich dafür geniert und plötzlich, innerhalb kürzester Zeit, war alles wieder in Ordnung. Und so kann es gehen. Kostet euch selbst, erforscht eure Gerüche, vertraut euch jemanden an. Wenn man merkt, dass man stinkt, dann hat man einen sauberen Eigengeruch, der in diesem Moment gestört ist. Das gilt übrigens für alle Körperbereiche. Ich wage zu behaupten, dass ich zu 95% selbst bemerke, wenn ich gerade nicht so gut rieche. Manchmal rieche ich sogar etwas, obwohl es anderen nicht auffällt (hab ich getestet, nicht untenrum aber in anderen Regionen). Und es ist wirklich kein Problem, seine Freunde oder Partner danach zu fragen. Man kann jemanden auch freundlich und mit Respekt erklären, dass er/sie gerade nicht so gut riecht. Und ich finde es vollkommen in Ordnung, jemanden so etwas zu sagen. Zumindest wenn man sie/ihn kennt. In einem Club gehe ich natürlich nicht auf die wildfremde Dame zu, die vor mir auf der Toilette war und erkläre ihr, dass sie mal zum Frauenarzt gehen sollte. Am besten noch vor dem Typen, der sie gerade abzuschleppen versucht. Nein, so fies bin nicht mal ich, auch wenn es mich manchmal sehr reizen würde.

Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass Frauen ihre Scheiße selbst wegräumen und sich mit ihren Körpergerüchen auseinandersetzen. Und hier noch ein Tipp: Bitte einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen! Wir müssen uns gut um unser Juwel (im tantrischen: Yoni) kümmern.  Und guten Rutsch…;)

Der aktuelle Bedarf an Aufklärung!

Passend zum Weltaidstag...

Anlässlich des Weltaidstages möchte ich euch einmal näher bringen, wie schlecht es um die Bildung unserer Jugend (auch was Sexualität betrifft) steht. Österreich klagt darüber, dass die Zahlen neu Infizierter mit dem HI-Virus gestiegen ist. Wundern tut mich das nicht unbedingt! Wie ihr bereits wisst, ist Sexualität ein großes Thema in meinem Leben. Sowohl beruflich, als auch persönlich. Ich lege viel Wert darauf, seinen eigenen Körper kennen zu lernen, Sexualität zu erkunden und neues auszuprobieren. Sexualität ist für mich ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung und von Gesundheit. Ich kann das jedoch nur so betrachten, weil ich meine eigenen Erfahrungen gesammelt habe und gereift bin. Ich habe als Mädchen auch viel Blödsinn gemacht und ich kann mich noch sehr gut an meine Gefühle vor meinem ersten Aidstest erinnern. Den größten Teil meiner Aufklärung verdanke ich meinen Freunden und meiner Mutter. An Sexualunterricht in der Schule kann ich mich nicht erinnern. Ja, wir haben in Biologie das ein oder andere durchgemacht. Aber wie man ein Kondom einer Banane überzieht, hat meine Mutter mir beigebracht. Dennoch erlebte auch ich junge Männer, denen die Tatsache, dass ich die Pille nehme gereicht hat.

Meine engste Freundin hat mich neulich auf eine „sexuelle Praktik“ aufmerksam gemacht, von der ich davor noch nie etwas gehört hatte: Urethralverkehr. Sie selbst hat das nur zufällig durch einen Facebookstatus eines Freundes entdeckt. Hierbei wird die Harnröhre penetriert. Normalerweise wird diese Praktik nur bei heterosexuellen Paaren angewendet, aber es gibt auch Fälle von homosexuellen Männern, die das betreiben. Dabei wird die Harnröhre Stück für Stück gedehnt, bis der Penis hinein kann. Mir stellten sich die Nackenhaare auf. Der Gedanke, einen Penis in meine Harnröhre zu pressen, schreckt mich wirklich ab. Abgesehen von den Bakterien, die da in meine Blase einziehen könnten. Folgen können natürlich Blasenentzündungen bis hin zur Inkontinenz sein. Naja, wer in jungen Jahren schon eine Windel tragen möchte, soll sich da keinen Zwang antun. Wiedermal so eine Sache, die angeblich durch Pornos zu uns drang.

Durch diese neue Information musste ich natürlich wieder mal recherchieren. Rasch fand ich ein Jugendforum, indem ein Junge sich darüber beklagte, dass seine Freundin ein zu kleines Loch hätte und der Geschlechtsverkehr unmöglich sei, da sie dabei zu große Schmerzen hätte. Ich war fassungslos, als ich weiterlas. Ein anderer User machte darauf aufmerksam, dass er möglicherweise das „falsche Loch“ getroffen hätte. Denn eine Frau hat nun einmal drei Löcher da unten. MÄDCHEN antworteten darauf, dass sie nur zwei Löcher hätten und ob der User, der Frauen drei Löcher zuschreibt, vielleicht verrückt wäre. Noch immer bin ich fassungslos darüber. Ich weiß natürlich nicht, wie alt diese Jugendlichen sind, die sich in diesem Forum bewegen. Aber, dass wir(Frauen) drei Löcher haben, lernen wir eigentlich schon recht früh. An das kann ich mich aus dem Biologieunterricht noch erinnern. Und selbst an mir gesehen hab ich sie auch schon. Alle drei!!! Wie wenig Bezug haben Menschen zu ihrem Körper, dass sie so etwas nicht wissen? Sie haben es doch an sich! Wo ist denn die natürliche Neugier hin?

Im Zuge weiterer Recherchen fand ich schnell ein Mädchenforum, indem die Userinnen sich zwar mit ihrer Vagina auseinander setzen, sie jedoch als hässlich und unästhetisch empfinden. Sie wundern sich darüber, dass Schamlippen unterschiedlich lang sein können. Oder dass die Haut dort unten dunkler ist, als die restliche Haut. Junge Mädchen überlegen sich, die Schamlippen operieren zu lassen, weil sie sich selbst als anders und nicht schön empfinden. Scheinbar erklärt ihnen niemand, dass das vollkommen in Ordnung so ist. Sie lernen aus pornographischen Materialien. Es ist bekannt, dass weibliche Pornostars sich gerne ihre Schamlippen angleichen und ihre Haut bleichen lassen. Kein Wunder, dass junge Mädchen sich da komisch fühlen. Ihnen wird offensichtlich nicht erklärt, was natürlich und was unnatürlich ist. Und sie verlieren den Bezug zu ihrem Körper. Wissen nicht einmal mehr, wie viele Löcher sie da unten haben.

Wie sollen sie dann wissen, wie man richtig verhütet und sich damit vor Krankheiten schützen? Dr. Sommer ist wohl auch nicht mehr das, was es einmal war. Kinder haben so viele Fragen. Aber wohin mit ihnen, wenn sie niemanden haben, den sie ansprechen können? Eine Kollegin von mir arbeitet in einer Schule, in der es viele Kinder mit Migrationshintergund gibt. Sie fragen viel über Sex, vor allem auch die Jungs. Ob sie denn auch Handschellen beim Sex verwenden würde z.B.!!! Woher die das wohl haben?! Mit einer Kollegin entwickelte sie die Idee, einen Sexualunterricht für die Kinder zu starten. Der Direktor lehnte das ab, da die Eltern der Kinder (überwiegend Moslems), ein Problem damit hätten und er keinen Streit verursachen will. Muss ich noch mehr dazu sagen? Das passiert heute in unseren Schulen. Pädagogen wollen, aber dürfen nicht. Ihnen sind teilweise einfach die Hände gebunden. Sie können den Kindern nur Tipps geben, zu separaten Beratungsstellen zu gehen. Warum kann das denn bitte nicht die Schule machen? Ich bin für Einheitlichen und richtigen Sexualunterricht an JEDER Schule. Denn Sexualität macht vor Religion doch nicht halt. Sie gehört zur Natur des Menschen. Wenn unsere Kinder nicht lernen dürfen, was zur Sexualität gehört und wie man mit ihr umgeht, wird sich die Situation in Zukunft wohl noch mehr verschlimmern. Wir müssen bei den Kleinsten anfangen, damit sie später eine gesunde Sexualität leben können. In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen ersten Dezember. Denkt mal darüber nach!

„Das ist ja eh ähnlich wie Sadomaso!“

Oder auch nicht...

Vor kurzem erklärte mir eine unscheinbare Barbekanntschaft, warum er so eine tolle Ehe hat: Viel Sex! Fast jeden Tag. Wie lange die beiden verheiratet sind? Zwei Jahre. Süß! Das Foto, welches er in seinem I-(Schrott)Phone gespeichert hatte, zeigte eine Frau von hinten, in einem kurzen, hautengen Latex- oder Lederkleid. Eine kurvige, schön weibliche Figur. Mit einem prallen Hintern. Das Foto schien von professioneller Natur zu sein. Ob er sich da, mit der Ehe vielleicht getäuscht hat? In Flirtlaune war er jedenfalls. Und dreimal meinte er zu meiner Freundin, die mit mir an der Bar saß, dass sie ihn doch mal anrufen solle. Ihre Abschmetterversuche wurden von ihm nicht registriert, ich habe mich köstlich amüsiert. Der ach so glücklich verheiratete Mann, der jeden Tag Sex hat will sich unbedingt mit meiner Freundin treffen. Sie nicht! Liegt aber nicht daran, dass er „verheiratet“ ist. Er interessiert sie einfach nicht.

Irgendwann fing der gute Mann an, über Pornos zu sprechen. Was wir denn davon halten würden? Finde ich ganz vergnüglich (Pornos und ihn) und ich kläre ihn kurzerhand auf, in welcher beruflichen Sparte ich mich bewege. Das interessiert den Mann, der fast jeden Tag Sex hat natürlich. Irgendwann kommen wir bei dem Thema sexuelle Vorlieben an. Er steht auf Sadomaso. Mir relativ wurscht. Jedem das seine. Und dann bin ich an der Reihe. Ja, ich praktiziere vorrangig tantrischen Sex. Was das denn genau sei, will er wissen. Ist nicht der erste der es wissen will und sicher auch nicht der letzte. Ein paar meiner Leser haben mich auch schon gefragt, ob ich nicht mal einen Artikel über tantrische Sexualität schreiben kann. Ja und Nein!

Tantra ist eine Lebensphilosophie. Sexualität ist nur ein Teil davon. Um sie zu verstehen, muss man erst das Tantra an sich verstehen und das ist gar nicht so einfach. Es gibt kaum gute Fachbücher dazu. Manche Bücher versprechen eine Anleitung für sexuelles Glück. Gequirlte Scheiße!!! Jemand, der Tantra versteht, wird nie zwischen Tür und Angel erklären können, was es ist. Die großen Meister haben oft versucht in Schriften dazulegen was es ist und wie es funktioniert. Aber lesen bringt es nicht. Man braucht einen Lehrer. Oder man verändert sein Bewusstsein von alleine und findet dadurch heraus, was Tantra bedeutet. Ich möchte es trotzdem versuchen, wenigstens in ein paar Worten ein bisschen etwas darüber zu schreiben.

Das Wort „Tantra“ kommt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet übersetzt so etwas wie „Erweiterung“ oder auch „Vereinigung der Gegensätze“. Eine korrekte Übersetzung gibt es jedoch bis heute nicht, da es in unserer Sprache dafür leider keinen Ausdruck gibt. Jeder Mensch besteht aus Energie und steht damit auch immer in Verbindung mit der Energie der anderen. Ich habe einmal darüber geschrieben, dass man sich gut aussuchen soll, mit wem man ins Bett geht, da man durch den Energieaustausch, der dabei geschieht, immer ein Stück der Energie des anderen in sich behält. Tantra beschäftigt sich viel mit dem Problem der Spaltung des Körpers und des Geistes. Es geht darum, beides wieder miteinander zu verbinden. Durch diese massive Einschränkung unserer Sexualität (weil der Kopf der Herrscher über unseren Körper wurde) verstumpft der Mensch. Die logische Folge sind Pornographie oder auch extreme sexuelle Handlungen in Verbindung mit Schmerz. Der Mensch möchte sich wieder spüren.

Neben vielen anderen Bereichen, nehmen sich nur wenige Menschen noch wirklich Zeit für Sex. Dabei soll gerade Sexualität ein Energiespender, ein Krafttank sein. Das kann er aber nur sein, wenn der Mensch diese Energie auch sinnvoll für sich nützen kann. Frauen haben im tantrischen einen sehr hohen Stellenwert, weil sie viel Energie aufnehmen können. Aber auch Männer können, die sexuelle Energie für sich nützen. Im Tantra geht es nicht darum, wie oft jemand kommt, wie lange er durchhält oder was er alles kann. Sex ist da eher eine gemeinsame Meditation. Jede Zelle des Körpers wird dabei wahrgenommen und gespürt. Manchmal bewegt man sich, manchmal atmet man einfach nur gemeinsam und lässt nur wenige Muskeln spielen. Man beschäftigt sich ausgiebig mit dem eigenen und dem Körper des anderen. Es gibt keine Tabus. Man geht so weit, wie es beide wollen. Es werden Pausen gemacht, miteinander kommuniziert. Es gibt auch tantrische Rituale, bei denen man sich stundenlang liebkost, nebenbei etwas isst und ein wenig Alkohol trinkt. Den Körper Stück für Stück erforscht. Alles ohne Penetration.

Die sogenannte Kundalinienergie (zwischen Vagina od. Penis und After), wird dadurch aktiviert. Die größte Kraft und der beste Treibstoff unseres Körpers. Da man für tantrischen Sex, einiges an Zeit braucht, ist das nicht unbedingt eine Praktik, die man jeden Tag „anwenden“ kann. Braucht man aber auch nicht. Männer können durch diese Technik einen bis zu 10mal stärkeren Orgasmus bekommen als normal. Und für Frauen ist die ganze Angelegenheit sowieso der Hammer, weil damit die vaginalen Orgasmen viel leichter entstehen können. Eine „tantrische Einheit“ löst so viel Lebensenergie aus, dass man getrost ein paar Tage auf Sex verzichten kann. Verzicht ist übrigens auch eine Möglichkeit, die Energie zu bündeln. Der Mann darf sich dabei so lange nicht selbst anfassen, bis er mit seiner Partnerin wieder im Bett landet. Dank der tantrischen Technik, hält er dennoch sehr lange durch. Tantra ist körperliche Kommunikation zwischen Menschen. Der Körper wird erspürt und damit ganz anders wahrgenommen. Da braucht man kein Pornoficken dazu.

Möglicherweise sind jetzt viele Fragen offen geblieben bzw. neue Entstanden. Das ist okay! Ich habe versucht, etwas zu erklären, was nicht einfach so zu erklären ist. Dabei entstehen dann auch immer wieder recht vergnüglich, traurige Missverständnisse. Die unscheinbare Barbekanntschaft meinte zu mir: „Das ist ja eh ähnlich wie Sadomaso!“ Ähm! Ich sagte einfach nur Ja. Ich wollte nicht weiter nachfragen, wie er darauf kommt und was er genau meint. Andererseits sollte ich da vielleicht nochmal nachfragen. Seine Nummer hat meine Freundin ja…

Zuerst denken…

...dann ficken!

„Viele reflektieren sexuelle Praktiken nicht. Weder danach und schon gar nicht davor. Dabei wissen viele nicht, auf was sie sich dabei psychisch eigentlich einlassen. Wenn dann ein Gefühl von Scham oder Ekel mit der jeweiligen Praktik gekoppelt wird, entstehen auf lange Sicht Sexualstörungen.“ So wurde mir neulich aus psychologischer Sicht erklärt, was unreflektierte Sexualerlebnisse auslösen können. Jeder von uns ist  neugierig und das ist auch gut so. Die meisten probieren in jungen Jahren vieles aus, um ihre Erfahrungen zu sammeln. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht auch so meine Zeit gebraucht habe um zu erkennen was ich gerne habe und was nicht.

Heute weiß ich, welche Art von Sexualität mir persönlich gefällt und was ich brauche, um mich wohl zu fühlen. Manche wissen das schon in jungen Jahren, andere bis an ihr Lebensende nicht. Da Sexualität noch immer ein kompliziertes Thema in unserer Gesellschaft darstellt, fehlt vielen Menschen immer noch die Fähigkeit, Sexualität zu reflektieren. Oft richtet man sich nach den Maßstäben, die die Gesellschaft uns auferlegt. Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass wir Statistiken auf keinen Fall zu ernst nehmen können. Vor allem im Bereich der Sexualität sind quantitative Erhebungen nur wenig Aussagekräftig, weil viele Menschen bei solchen Befragungen unehrlich sind. Hat etwas mit Scham- und Schuldgefühlen zu tun. Und die Ergebnisse solcher Studien werden von Geldgebern gerne so Manipuliert, wie sie zu sein haben. Wenn ich weiß, dass ich etwas nicht will, dann sollte ich es auch nicht tun. Auch wenn die Statistiken oder vielleicht sogar meine Freunde mich als Außenseiter oder prüde klassifizieren.

Viele, vor allem junge Menschen, lassen sich davon zu sehr beeinflussen und denken nicht viel darüber nach, bevor sie bestimmte Dinge mit sich tun lassen. Wenn man sich näher mit der Materie auseinandersetzt, wird man schnell feststellen, dass es zu unzähligen Themen, total unterschiedliche Meinungen gibt. Eines dieser Themen ist Analsex. Diese sexuelle Praktik war bis 2003! in 13 Staaten der USA noch ungesetzlich. Ich musste sehr lachen, als ich das las. Das Wort Sodomie bedeutet eigentlich Analsex und wird im Deutschen fälschlicherweise mit Zoophilie (Sex mit Tieren) gleichgesetzt. Sodom und Gomorra! Natürlich wiedermal ein Ursprung aus der Bibel. Sämtliche Sexualpraktiken, welche nicht der Fortpflanzung dienen und als pervers eingestuft werden gelten als sodomisiert. Dadurch bekommt Analsex eine gewisse verbotene, geheimnisvolle Rolle (ein wunderbar sarkastischer Text dazu). Ist bis heute noch so. Und da man gerne das macht, was irgendwie verboten oder unmoralisch ist, probiert fast jede/r das auch irgendwann einmal aus. Ich persönlich lasse mein Hintertürchen vorzugsweise verschlossen, vor allem gegenüber Sexualpartnern, die ich noch nicht gut genug kenne. Solche Praktiken beinhalten für mich Vorbereitungszeit und Vertrauen. Denn immerhin „liefert“ man sich als Frau hierbei in gewisser Weise stärker aus als bei „normalem“ Geschlechtsverkehr.

Viele Leute mögen beim Sex das Spiel mit Macht und Schmerz. Manche mehr, manche weniger. Jedem das seine. Einige Frauen mögen es, von Männern dominiert, teilweise sogar richtig verletzt zu werden. Und auch viele Männer haben starke sexuelle Gewaltphantasien. Manche brauchen auch Frauen, die den Takt angeben. Dieses Machtspiel hat viel mit verbotenen und tabuisierten Praktiken zu tun. Vor allem in unseren Breitengraden ist Sexualität stark mit Gewalt und Macht verbunden. Ich nenne es Pornoficken. Ob es einen Zusammenhang mit der Übersexualisierung und dieser Art von Sexualität gibt, kann ich hier nicht behaupten (dafür habe ich zu wenig recherchiert), aber ich würde es annehmen. Jugendliche sehen ständig Pornos, Analsex ist dabei oft ein wesentlicher Bestandteil, aber es fehlt ihnen die Kompetenz, gesehenes auch realistisch zu reflektieren. Die Vorbereitungszeit für eine Analsexszene wird natürlich nicht gezeigt, wäre aber wohl hilfreich.

Ich selbst habe mich für tantrische Sexualität entschieden und mittlerweile einige Menschen kennen gelernt, die diese Art von Sexualität ebenfalls für sich entschieden haben. Die Philosophie ist dabei eine ganz andere und würde den Rahmen dieses Textes wohl sprengen. Natürlich gibt es auch im tantrischen die Möglichkeit von Analsex, wird aber ohne diesem Machtgefälle und dem klassischen Pornogeficke praktiziert. Hier gibt es keine Tabus. Schon gar keine mit religiösem Hintergrund. Das Körperbild und damit der Körper und all seine Öffnungen werden hier ganz anders betrachtet. Eine Freundin von mir hat vor kurzem einen interessanten Mann kennen gelernt, der tantrische Sexualität praktiziert. Einer meiner Artgenossen also. Sie kennt das (noch) nicht und hat mich panisch angerufen und gefragt, was sie da eigentlich tun muss. Zu ihrer Überraschung konnte ich sie rasch beruhigen und ihr diese Art von Sexualität schmackhaft machen. Ich bin gespannt, wie es bei den beiden weiter geht;).

Lange Rede, kurzer Sinn: Hätte ich nicht die Kompetenz, Sexualität zu reflektieren und damit herauszufinden, was ich mag und was nicht, hätte ich heute nicht diese erfüllende Sexualität, die ich nun einmal habe. Ich habe auch schon darüber geschrieben, dass nicht alle Menschen sexuell miteinander kompatibel sind und auch das ist vollkommen in Ordnung. Aber man sollte sich auf keinen Fall zu Dingen drängen lassen, die einem nicht gefallen nur um jemand anderem etwas Gutes zu tun oder um ihm/ihr zu gefallen. Ich muss mich selbst spüren, um zu wissen was ich will. Aber ich muss mir dabei auch immer bewusst sein, welche Dinge mir die Gesellschaft vorgibt und welche Dinge ich auch tatsächlich von mir aus möchte. Ausprobieren? Ja bitte! Nein sagen, weil man seine eigenen Grenzen kennt? Auf jeden Fall! Man darf niemals vergessen, dass bestimmte Sexualpraktiken, überlegt und gut vorbereitet sein sollten, um eine Wahrscheinlichkeit einer Sexualstörung zu vermeiden. Ich weiß, dass viele von euch das wissen, aber ich weiß auch, dass es einige nicht tun und damit mein Appell an all jene, die es nicht tun: „Zuerst denken, dann kann ich auch hemmungs- und bedenkenlos ficken!“

Nichtbeziehungsgeneration?

Beziehungsratgeber ade!

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel von einer jungen Frau gelesen, die über die Bindungsangst der Männer ihrer Generation schreibt. Sie ist Anfang 30 und muss feststellen, dass die meisten Männer in ihrem Alter vor richtigen Beziehungen davonlaufen. Also beschließt sie, Beziehungsratgeber zu kaufen und herauszufinden, was sie denn falsch macht. In fast jedem Buch wird ihr erklärt, dass sie sich rar machen, auf keinen Fall zu früh mit ihm ins Bett gehen und seinen Jagdinstikt fördern soll. Also legt sie los mit ihrem Projekt und befolgt sämtliche Anweisungen. Natürlich funktioniert das ganze Spiel recht gut, aber sie lässt es dann doch sein. Sie habe nämlich keine Lust, sich verstellen zu müssen. Damit schicke ich ihr einen gedanklichen High-Five und schließe mich ihrer Meinung an. Das Interessante ist, dass es teilweise wohl tatsächlich so abläuft. Je weniger Interesse eine Frau an einem Mann zeigt, desto interessanter ist sie für ihn.

Eine meiner Freundinnen hatte vor kurzem einen ONS (wurde auch mal wieder Zeit). Am nächsten Tag musste sie in die Arbeit, also schlich sie sich aus seiner Wohnung. Am Abend zuvor hatten sie Nummern ausgetauscht und siehe da, ein paar Stunden später kam schon: „Wohin bist du denn verschwunden?“ Seit über einer Woche meldet er sich bereits regelmäßig. Sie findet ihn ganz süß, ist aber nicht verknallt in ihn. Zeit hat sie derzeit nur begrenzt, also ist sie fast schon dazu gezwungen, sich rar zu machen. Das macht sie scheinbar sehr interessant für ihn. Jagdinstikt aktiviert! Mission erfüllt. Sie werden sich wieder treffen. Weil er so hartnäckig ist. Die Frage, die sich stellt, ist, ob er auch so reagiert hätte, wenn sie noch länger in seinem Bett geblieben wäre, den Tag „gezwungenermaßen“ mit ihm verbracht hätte? In den meisten Fällen schreckt das die Männer so sehr ab, dass sie zwar versprechen, sich wieder zu melden, es dann aber oft nur tun, um den nächsten Fick klarzumachen. Manchmal kommt auch gar nichts mehr.

Judith aus dem Artikel schreibt dazu: „Der heutige Mann vertritt anscheinend das gleiche Wertesystem wie meine Oma.“ Damit meint sie die offensichtliche Tatsache, dass eine sexuell selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will, nicht das beste Beziehungsmaterial darstellt. Zumindest wird das vielerorts behauptet und aus eigenen und erzählten Erfahrungen kann ich das leider nur bestätigen. Je mehr eine Frau weiß, was sie im Bett will, desto weniger will der Mann mit ihr zusammen sein. Er will zwar immer wieder mit ihr schlafen (weil es ja ganz toll ist), aber die Frau, die er vielleicht eines Tages heiraten möchte, sollte eher die heilige Maria verkörpern als Maria Magdalena. Heutzutage gibt es immer noch Artikel in Frauenmagazinen, die bspw. folgende Titel tragen: „Frauen, die mit mehr als 11 Männern Sex hatten, werden niemals heiraten.“ – „Die durchschnittliche Frau hatte mit 8,9 Männern Sex.“ Ähm, okay?! Wollen solche Artikel in uns Frauen Schuldgefühle wecken? Dürfen wir noch immer nicht unseren Gelüsten nachgehen? Und warum sollten über 11 Geschlechtspartner verhindern, dass ich einen Mann treffe, der mich eines Tages heiraten wird? Und so etwas in unserer Zeit! Da kommt mir manchmal wirklich der Gedanke, ob vielleicht Männer solche Artikel geschrieben haben. Zumindest haben sie wohl die Studien zu den genannten Zahlen gemacht.

Dennoch muss man betonen, dass man wie immer auf keinen Fall alle Männer in eine Schublade stecken darf. Ich habe herausgefunden, dass die Männer aus der Generation meiner Mutter (40+) teilweise wesentlich reflektierter und offener geworden sind. Sie sind selten „Opfer“ der Scheidungen ihrer Eltern geworden, sondern waren eher selbst an ihnen beteiligt. Sie haben gelernt, dass Frauen heutzutage unabhängiger und selbstständiger sind und können damit meistens auch besser umgehen. Die Männer meiner Generation (25+) waren oftmals „Opfer“ der Scheidungen ihrer Eltern. Selten waren die Scheidungsraten so hoch wie bei den Kindern bzw. deren Eltern meiner Generation. Viele Männer sind vorrangig mit Frauen aufgewachsen. Sie haben zwar gelernt, dass Frauen unabhängig und selbstständig sind, vermissten/vermissen jedoch die klassische Familienkonstellation. Eine mögliche Erklärung für das „bindungsunfähige Verhalten“ meiner Generation? Und welche Rolle spielt dabei auch die Angst vor Enttäuschungen oder gar etwas zu verpassen? Fehlt den jungen Männern einfach noch die Reife für die nötige Reflexion? Aber auch die Frauen meiner Generation tendieren bereits zu vermehrter Bindungsunfähigkeit. Dennoch haben wir eine biologische, innere Uhr, die uns fast dazu zwingt, mit Anfang 30 endlich den Mann für eine Familiengründung zu finden. Und dieses Problem fällt für Männer weg. Ja, Judith hat recht, wenn sie schreibt, dass Männer damit die Macht über unsere Beziehungen haben.

Neulich fragte mich ein Freund, warum es immer noch so ist, dass Frauen von Männern erwarten, dass jene den ersten Schritt machen. Warum die old-school- Version noch immer so gefragt ist. Gegenfrage: Warum erwarten Männer immer noch von Frauen, dass sie brave marienartige Engelwesen voller Unschuld sind? Das ist doch auch old-school! Das ist leider ein Henne – Ei Problem, auf das ich keine baldige Antwort erwarte. Aber ich erwarte, dass sowohl Männer als auch Frauen ihre emotionalen und sexuellen Bedürfnisse mehr gemeinsam reflektieren. Und was ist dafür noch immer die beste Methode? Kommunikation!

Es war einmal…

…eine zarte, kleine und süße südamerikanische Prinzessin. Sie machte eine Reise in das weit entfernte, wunderschöne Dänemark. Überrascht musste sie feststellen, dass die dänische Bevölkerung (egal ob Mann oder Frau), freundlich, gut ange- und erzogen und schön ist. Egal wohin sie sah, um sie herum befand sich die pure Schönheit, gepaart mit Sexappeal. Zu dick aufgetragen? Ist ja auch ein Märchen! Obwohl… Die Prinzessin traf bereits nach kurzer Zeit auf einen Prinzen. Hellblaue Augen, fast goldenes Haar und ein Lächeln, wie es nur die größten Lausbuben drauf haben. Charmant und höflich (typisch nordisch, dort ist man nicht so aufdringlich) umgarnte er sie, bis die beiden sich Hals über Kopf ineinander verliebten. Doch die Prinzessin war auf Reisen und als sie, traurigerweise, sein Land wieder verlassen musste, verblieben sie in Brieffreundschaft (auch Fernbeziehung genannt). Die Zeit verging und die Sehnsucht nach ihrem Liebsten fraß die Prinzessin beinahe auf. Also beschloss sie, ihr Hab und Gut zu packen und zurück in sein schönes, freundliches Land zu gehen. Sie wollte unbedingt bei ihm sein, koste es, was es wolle. Der Prinz freute sich sehr. Doch bald sollten dicke, schwarze Wolken auf ihrem Liebeshimmel aufziehen. Der Prinz erkannte, dass es ernst wurde und beschloss seinen Rückzug: „Ich bin noch nicht so weit, etwas Richtiges anzufangen.“ Und da stand sie nun, die kleine Prinzessin. In einem fremden Land ohne ihren Prinzen. Und wie geht das Märchen aus?

Diese Geschichte beruht selbstverständlich auf einer wahren Begebenheit. Und sie ist bei weitem nicht neu. Das ehemalige Pärchen ist heute seit knapp einem halben Jahr getrennt. Als ich die beiden das erste Mal sah, kamen sie mir dennoch wie ein Pärchen vor. Sie agierten auch wie eines. Doch nach ein paar Stunden und einigen Flaschen Wein und Bier lockerten sich bei allen Beteiligten die Zungen. Ich bemerkte seine Flirtbereitschaft und so musste ich einfach mal bei ihr nachfragen, ob er ihr Freund sei. Nein, er ist nicht ihr Freund. Okay! Die Situation war dennoch komisch. Für eine reine Sexfreundschaft waren sie zu intim. Eine ganz normale Freundschaft konnte ich gleich ausschließen, also hakte ich nach. Er hat die Beziehung beendet, kurz nachdem sie nach Kopenhagen zum studieren kam. Sie sagte zum studieren, aber ich bin nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen. Wir Frauen sind oft sehr mutig, wenn es um die Liebe geht. Im Namen der Liebe lassen viele einiges über sich ergehen (tun viele Männer sicher auch, ich meine aber etwas anderes). Frauen haben die Tendenz, etwas so lange zu probieren, bis es wirklich nicht mehr geht. Jede Chance wird genutzt, egal, wie klein der Hoffnungsschimmer ist. Meine nächste Frage war, ob sie denn noch mit ihm schlafen würde. Ja, sie tut es! Herrgott nochmal. Wieso haben so unzählig viele Menschen keinen Stolz mehr, wenn es um Herzensangelegenheiten geht? Wir werden komplette Volltrottel, wenn wir lieben.

Er genießt und schweigt. Sie liebt ihn, er hat sie gern, würde jedoch bestimmt nicht lange zögern, wenn eine andere Dame Spaß mit ihm haben will. Und diese Möglichkeiten hat er sicher immer wieder. Mir hat er ja auch gefallen. Nur mein Anstand und meine Lebenseinstellung haben mich davon abgehalten, ihm ein unmoralisches Angebot zu machen. Trotz Alkohol! Das Traurige an dieser Geschichte ist, dass sie auf ihn wartet. Denn er lässt sie immer noch ein wenig hoffen. Er wäre schön blöd, wenn er diese Situation nicht ausnützen würde. Und dabei möchte ich ihm keineswegs Kaltherzigkeit unterstellen. Jeder wird gerne begehrt. Und wenn man das mit sich machen lässt, dann ist man (tut mir leid, aber ist so) selbst schuld. Ist irgendwie auch eine Art von Prostitution. Jeder von uns hat aus Liebe schon Blödsinn gemacht oder mit sich machen lassen. Aber wenn wir lernen, was wir wirklich wollen, dann lernen wir auch, was Liebe tatsächlich bedeutet. Und mit jedem Mal werden wir besser. Vor allem uns selbst gegenüber.

Ich persönlich habe diese leidigen Spielchen satt. Früher oder später wird sich einer von den beiden neu verlieben. Ist er es, wird ihr Herz noch einmal brechen und wahrscheinlich ist dieser Schmerz dann unheimlich groß. Ist sie es, wird er vielleicht eifersüchtig sein. Es kann auch passieren, dass er es kurz bereut, sie verlassen zu haben und es noch einmal versuchen will. Aber er will es nicht wirklich (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mein Gott, kann man denn nicht einfach schon vorher wissen, was man will?! Ich wünsche ihr, dass sie sich so richtig Hals über Kopf neu verliebt und dann auch die nötige Kraft hat, dieses Spiel zu beenden. Denn leider ist es in den meisten Fällen so, dass erst eine neue, andere Person uns von unserer Vergangenheit lösen kann. Ist scheiße, passiert aber oft genug. Und was ist die Moral von der Geschicht: Lieben tut man oder nicht!

…und wenn sie noch nicht neu verliebt ist, dann vögeln sie noch heute!